Aufsatz 
Verzeichnis der Kunstdenkmäler der Stadt Mainz : 1. Teil. Privatbesitz
Entstehung
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6 Vorwort.

Die Anordnung erfolgte im vorliegenden Verzeichnisse alphabetisch nach Strassen. Eine chronologische Zusammen- stellung hätte wohl ein geschlosseneres Bild geben können, aber dadurch wäre die Möglichkeit rascherer Orientierung ausge- schlossen worden. Auch eine sachliche, nach Gruppen geordnete Darstellung(z. B. Giebelarchitektur, Portale, Stuckdekoration, Palastbau, bürgerliches Wohnhaus usw.) hätte manchen Vorteil bieten können sicher wäre sie, ähnlich wie die chronologische, die verlockendere gewesen, allein späteren monographischen Behandlungen dieser Gebiete oder dem zukünftigen Inventari- sationswerk sollte nicht vorgegriffen werden. Gelegentliche zu- sammenstellende oder vergleichende Hinweise, die bei der kurzen Beschreibung einzelner Kunstdenkmäler mit eingeflochten sind, sollen für den Kunsthistoriker als Winke gelten. Ein reiches Arbeitsfeld erschliesst sich hier der Einzeldarstellung. Etwa von der Mitte des 17. Jahrhunderts(König von England und römischer Kaiser) bis zum Ausgang des 18.(Ignazkirche, kurfürstliches Schloss, Rheinstrasse 91) lässt sich die Geschichte des Orna- ments in der Stukkatur und Holzschnitzerei in fast ununterbrochener Entwickelungsreihe verfolgen. Freilich müssen hierbei auch die Kirchen mit ihrem reichen Material herangezogen werden. Auch die Laubenarchitektur verdiente eine zusammenfassende Be- trachtung; hierfür liegen die Beispiele schon aus dem ersten Viertel des 17. Jahrhunderts vor(Seilergasse). Ja sogar noch Reste aus gotischer Zeit sind vorhanden(Hof zum Korb, die alte Münze auf dem Markt, letztere freilich nur noch in Abbil- dungen, vergl. die Sammlung von Photographien in der städtischen Gemäldegalerie). Auf die Plastik im Dienste der Architektur ist schon in den Quartalblättern des historischen Vereins 1904, S. 487 ff. hingewiesen worden. Wenn uns bis jetzt auch die auf diesem Gebiete arbeitenden Meister zum grössten Teile noch unbekannt sind, so lässt sich doch wenigstens ein interessantes Bild für den sich wandelnden Stil aus der Betrachtung der an den Fassaden der Häuser angebrachten zahlreichen Heiligenbilder gewinnen. Wie hier nach der Mitte des 18. Jahrhunderts die Bewegungsmotive immer lebhafter, gezierter werden, wie die Darstellung der Madonna mit dem Christuskinde allmählich schwindet und an ihre Stelle in der Zeit des Rokoko die Jung- frau Maria(Immaculata) tritt, wie dann in den letzten Jahr-