4 Vorwort.
sondern nur eine Materialsammlung sein für den, der sich mit der Kunstgeschichte der Stadt Mainz eingehender beschäftigen will. Dass dabei auch manches kunstgeschichtlich Minderwertige mit aufgeführt werden musste, war nicht zu umgehen. Für das Gesamtbild und die vom lokalgeschichtlichen Standpunkte aus- gehende Betrachtung bilden auch diese Kleinigkeiten immerhin einen Faktor, der Berücksichtigung verdient. In zweiter Linie aber trieb zur Veröffentlichung des Verzeichnisses der Wunsch, hierdurch in weiteren Kreisen der Bevölkerung der Stadt Mainz das Interesse an den Denkmälern der Vorzeit zu wecken und zu verbreiten und sie zur Mitarbeit an der Vervollstän- digung und Ergänzung dieser Zusammenstellung durch ge- legentliche Mitteilungen an den Herausgeber anzuregen.
Auf eine absolute Vollständigkeit kann und will das hier gebotene Material keinen Anspruch machen. Bei Umbauten, bei genauerem Durchsuchen der Häuser und Höfe wird noch manches zu Tage kommen, was Beachtung verdient. Dass nach dieser Seite hin das Verzeichnis der Ergänzung und Vervollständigung noch recht bedürftig ist, verhehlen wir uns keineswegs. Wer aber einmal selbst suchend z. B. das Häuser- und Strassen- gewirr im Herzen der Altstadt zwischen Markt und Schuster- strasse, Karmelitenplatz und Rheinstrasse durchwandert hat, wird die Schwierigkeiten zu beurteilen und ein Versehen oder Übersehen zu entschuldigen wissen— aber ein frisch gewagter Anfang ist immerhin auch ein Teil der Arbeit.
Wenn wir auf das zurückblicken, was das 18. Jahr- hundert und die erste Hälfte des 19. an zusammenfassenden Arbeiten auf dem Gebiete der Mainzer Geschichte geleistet, dürfen wir am Anfang des 20. nicht allzu stolz sein. Auf die Werke eines Serarius, Gudenus, Joannis, Schunk, Bodmann, Werner, Lehne, Schaab u. a. sind wir immer noch angewiesen, wenn wir uns auf dem Gebiete der Mainzer Geschichte und Topographie Rats holen wollen. Es geht durch alle diese Arbeiten ein grösserer Zug, ein auf das Ganze gerichteter Blick. Wenn unsere heutige Forschung auch methodisch geschulter ist und auf einer breiteren Basis des Wissens arbeiten kann, in einem bleiben die Alten uns stets vorbildlich: in dem rührenden Fleiss, mit dem sie geforscht und gesammelt, und dem Zuge warmer Begeisterung, der durch ihre Schriften geht. Zwar haben die letzten 5 Jahr-


