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genehme Wahrnehmung im verflossenen Schuljahre konnte es nur sein, dass nicht wenige auswärtige Eltern hiesiger Gymnasiasten sich wegen dieser mit der Direction und den Lehrern des Gymnasiums in fortwährendem Briefwechsel erhielten, zuweilen ihre Söhne dahier persönlich und unerwartet besuchten, und überhaupt durch ihr be- thätigtes grosses Interesse für deren Fortschritte in Sitten und KRenntnissen zur För- derung des Gymnasialzwecks sehr viel beitrugen. Möchte dieses Verfahren auch künftig und in weiterer Ausdehnung fortgesetzt werden. Die Verwaltung der Anstalt wenigstens wird jede ihr dargebotene Veranlassung der erwähnten Art zur thätigen Mitwirkung für die Förderung und Erhaltung eines guten Geistes der Anstalt dankbar und nachdrücklich berücksichtigen.
E. Physisches Wohl der Lehrer und Schüler, Schulbesuch etc.
Rrankheiten kamen bei Lehrern und Schülern nur sehr selten vor. Daher war der Schulbesuch von beiden Seiten fast unausgesetzt und ungestört. Nur ein bald nach dem Anfang des Schuljahrs erkrankter Schüler musste von da an bis zu seinem Tod des Unterrichts ganz entbehren. Zu dem meist ungestörten Wohlsein der Schüler und der Stärkung ihres Rörpers trug unstreitig das regelmässige Turnen und das häufige Baden in der Lahn in den Sommermonaten viel bei.
II. Chronik des Gymnasiums.
Zu der am 4. März v. J. begonnenen Maturitätsprüfung waren 13 Primaner und ein weiterer Aspirant von Aussen zugelassen worden. Der mündliehe Theil der Prüfung wurde in Gegenwart von zwei Regierungscommissären am 5. und 7. April vorgenommen. Die in Folge der Prüfung von der Prüfungscommission reif zur Uni- versität erklärten 14 Prüffinge wurden den 9. April am Schluss des Redeakts mit einer Anrede entlassen. 1.
Die Prüfung zur Aufnahme für das Schuljahr 185 /62 geschah am 1. Mai mit 31 Acpiranten, die bis auf einen, der nach der Prüfung freiwillig zurücktrat, durch Conferenzbeschluss als geeignet zur Aufnahme und zwar einer nach IV., zwei nach V., zwei nach VI., einer nach VII. und die übrigen 24 für VIII. erklärt wurden.
Die Eröffnung des abgelaufenen Schuljahres geschah am 2. Mai 1331 um 7 Uhr Vormittags unter allgemeiner Theilnahme der Lehrer und Schüler der Anstalt mit Gesang und Gebet, worauf die neu Eintretenden, 56 an der Zahl, förmlich aufge- nommen, die Schulgesetze vorgelesen und daran die nöthigen Erläuterungen und ge- eigneten Erinnerungen geknüpft wurden. Nach dem Schiuss dieser Eröffnungsfeier begann der Unterricht durch alle Classen nach dem genehmigten Lehr- und Stunden- plan. Unterbrochen wurde dieser Unterricht durch die gesetzlichen Ferien zu Püng- de ds Tage), im Herbste(4 Wochen) und von Weihnachten bis Neujahr(diessmal
age)..
Am 24. Juli fand die Feier des hohen Geburtstages unseres hochverehrten Herzogs durch Ausführung von musikalischen, Gesaug- und Redeübungen in der Aula statt...
Ausser dieser Feier konnten wegen mangelnder Mittel zur Bestreitung der nicht zu umgehenden Kosten im verlaufenen Schuljahre sogenannte freie Gymnasial-Concerte, wie in früheren Jaltren, nieht gehalten werden.—


