Aufsatz 
Die Mysterien der Alten, insbesondere die Eleusinien, - Dichtung und Wahrheit - mit Rücksicht auf Chr. Aug. Lobeck's Aglaphamus
(De Theologiae Mysticae Graecorum causis 2 vol. Regiomonti Prussor. 1829.)
Entstehung
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Anſtalten aus. Der Ackerbau führte menſchliche Geſittung herbei; die Goͤttin, der man jenen zuſchrieb, wurde daher mit Recht als die Wohlthaͤterin der Menſchheit geprieſen. Ihr Feſt zu Eleuſis mußte daran erinnern; an die Myſterien mußte ſich die Idee von dem Anfange der Humanitaͤt anknuͤpfen. Ein Redner, wie Cicero, konnte daher auch die Myſterien als den Grund menſchlicher Bildung hervorheben und damit zugleich eine Lobrede auf Athen halten. Keines⸗ wegs aber folgt aus Cicero's Worten, daß der Hierophant wirklich Vortraͤge uͤber Religion und Sittenbildung gehalten und hoͤhere Weisheit verbreitet habe. Die angefuͤhrten Stellen der Dichter und der Redner legen alſo kein neues Gewicht in die Wagſchale der myſtiſchen Partei, und in der Hauptſache hat Lobeck Recht. Wenn aber auch von Geheimnißlehren darin keine Rede iſt, ſo ſind ſie doch nicht ohne Wichtigkeit hinſichtlich der Wirkung, welche die Eleuſinien auf das Gemuͤth hatten. Lobeck fertigt die Spruͤche der Dichter und der Redner faſt ironiſch ab als habe Jeder den Mund zu voll genommen und mehr hochtrabende Worte als Wahres ausgeſprochen-). Beſſer wuͤrdigt die⸗ ſelben K. O. Muͤller**), indem er anerkennt,»daß nach den Faan ſen der edelſten und gebildetſten Geiſter Griechenlands die Myſterien wirklich Geiſt und Gemuͤth anſprachen, und daß die Myſten, welche in der rechten religioͤſen Stim⸗ mung daran Theil nahmen, das Gefuͤhl einer Beruhigung uͤber goͤttliche und menſchliche Dinge mit ſich herausbrachten, wenn es auch nur Ahnungen und dunkle, mehr auf Herz und Gemuͤth wirkende, als den Verſtand aufklaͤrende Vorſtellungen waren, die auf dieſem Wege gewonnen wurden. Wir kommen nun zu der Frage: Worin beſtand denn eigentlich das Weſen der Eleuſinien? Wenn an keine dogmatiſche Mittheilung, an keine Gedanken⸗Entwickelung, wie bei unſeren chriſtlichen Religions⸗Vortraͤgen gedacht werden kann; ſo folgt noch keineswegs, daß die Eleuſinien, wie gewiſſe Antiſymboliker zu verſtehen geben, nur ein Wirrwarr ſinnloſer Gebraͤuche, ein Ceremonienprunk waren. Es konnte doch wohl eine ſinnvolle Behandlung des Symboliſchen dabei Statt finden, und die Anordner der Myſterien konnten das Bewußtſeyn feſthalten, daß es ſich hier um die wichtigſten Dinge handle, fuͤr welche das religioͤſe Gemuͤth angeregt werden ſollte.***).

C. Der Philoſoph von Stagira, der mit ſcharfem Blicke Alles auf⸗

*) Pindarus, magna locuturus, ut assolet Cui succinit Sophocles nec leviore sono usus Crinagoras, et qui huic exemplum pracbuit; Iso- crates. Splendida sane testimonia, quorum maxima pars ex genere laudativo&e. Lobeck,§. 11.

**) in der ang. Abh. der Encycl. S. 283 unter 21 u. 22..

2, K. O. Müller in der ang. Abh. Nro. 22. S. 284. Von den Antiſomdolikern(. beſonders Voß(3. H.) Antiſymb. Th. I. 220. und vergl. Hock Kreta(Th. 11.)

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