Aufsatz 
Die Mysterien der Alten, insbesondere die Eleusinien, - Dichtung und Wahrheit - mit Rücksicht auf Chr. Aug. Lobeck's Aglaphamus
(De Theologiae Mysticae Graecorum causis 2 vol. Regiomonti Prussor. 1829.)
Entstehung
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lichkeit zu heben, ſagen die Freunde der myſtiſchen Lehre Folgendes: Die alten Philoſophen hatten eine doppelte Art zu unterrichten: eine eſ oteriſ che fuͤr ihre Freunde oder fuͤr die Eingeweihten, und eine exoteriſche fuͤr das Volk. So machte es auch der Hierophant. Keiner war zwar vom Tempel ausgeſchloſſen, aber nicht Jeder, ſondern nur die Eingeweihten wurden zur geheimen Lehre zugelaſ⸗ ſen.» Die letztere Behauptung laͤßt ſich aber eben ſo wenig beweiſen, als jene, daß die Hierophanten uͤberhaupt Lehrer waren, Welcher Anſtalten und Vorkehrungs⸗ maßregeln haͤtte es nicht bedurft, um Uneingeweihte, beſonders ſolche, denen die Verſtellungskunſt zu Gebote ſtand, abzuhalten! Daß die Eingeweihten Lo⸗ ſungstaͤfelchen vorzeigten, oder eigne Zeichen und Symbole hatten, woran ſie ſich erkannten, laͤßt ſich nicht leicht erweiſen. Was Julius Firmicus von einem gewiſſen Tempel und Clemens*) namentlich von den phrygiſchen Myſte⸗ rien erzaͤhlen, geht die Eleuſinien Nichts an. Die Erzaͤhlung des Livius(XXXI. 14.) von den zwei acarnaniſchen Juͤnglingen, die der Religionsgebraͤuche unkun⸗ dig, ohne die geſetzliche Vorbereitung waͤhrend der Feier mit der uͤbrigen Schaar in den Tempel der Ceres eingedrungen, und wegen der durch einige ungereimte Fragen veranlaßten Stoͤrung getoͤdtet worden ſeien dieſe Erzaͤhlung beweiſ't eher das Gegentheil der Behauptung der Myſtiker, naͤmlich: daß Jeder, der da wollte, in den Tempel kommen konnte, daß der Schweigende ſicher war, der Andachtſtoͤrer dagegen Alles fuͤrchten mußte. Die Einweihung, von welcher die Rede iſt, war eine Vorbereitung, die nicht der Hierophant ausſchließlich, ſondern jeder Gaſtfreund vornehmen konnte, wie aus einer Stelle aus Plato's Briefen*) erhellt. Myſtagogen wurden Alle genannt, die einen Gaſtfreund einfuͤhrten, um die Myſterien, d. h. die Heiligthuͤmer zu ſehen, und die denſelben die heiligen Gebraͤuche auslegten. an) Man braucht ſich alſo unter dieſer Ein⸗

weihung gar nichts Geheimnißvolles zu denken.

Die Myſtagogen waren die Fuͤhrer der Fremden die Cicerone, die denſelben die Merkwuͤrdigkeiten des Heiligthums zeigten.

Was gelehrte Maͤnner, wie Scaliger und Salmaſius uͤber die Grade der Einweihungen ſagen, beruht auf Vermuthungen und willkuͤrlichen Erklaͤrungen von dunkeln Stellen, z. B. aus Tertullians Streitſchrift gegen die Valentinianer, aus Theon von Smyrna, aus Olympiodor.****) Koͤnnte

*) S. Anm. Lobeck. Aglaoph. lib. I.§. 4 p. 23 et 24. **) Epist. VII. 333 bei Lobeck§. 4. P. 29.

*) Mdorne d sicnpuris Hesych. 6 r uroτνοεουeν eisντν Zo- naras. d rd uvorijetd d4Sd-nc. Suidas. Lobeck p. 29. K. O. Muller in der Abhandlung uͤber d. Eleuſ. in Erſch's Encycl. S. 283 Anm.

*rrr) L.oheck§. 5. p. 31 43.