— 6—
und Sittenlehre vorgetrageu.« Unter den Hauptvertretern dieſer Anſicht ſind beſonders zu erwaͤhnen: Warburton, Knight, Villoiſon, Ste Croix, Meiners und Creuzer⸗*)
Dieſer Anſicht ſetzt Lobeck folgende entgegen:
„Nicht bei den Opferprieſtern ſind dieſe erhabenen Lehren zu ſchoͤpfen, ſondern in den Schulen der griechiſchen Philoſophen von Thales bis zu den
latonikern ꝛc. In den Eleuſinien wurde gar kein ſolcher Unterricht ertheilt; ſie waren nicht Lehrſchulen, ſondern religioͤſe Schau⸗Anſtalten.— Zur leichteren Ueberſicht theilen wir Lob ecks Argumentation in folgende drei Rubriken:
A. Daß die Eleuſ inien Unterrichts⸗Anſtalten zur Fortpflanzung ge⸗ heimer Lehren uͤber die hoͤchſten Gegenſtaͤnde geweſen ſeyn ſollen, widerſtreitet der Gewohnheit und dem Staats⸗Cultus der Alten und hat wichtigere Zeug⸗ niſſe gegen ſich, als. fuͤr ſich.
B. Die Ausſpruͤche der Zeugen, welche von der myſtiſchen Partei fuͤr ihre Meinung angefuͤhrt werden, beſonders der Dichter und Redner, laſſen ſich natuͤrlich und ohne Zwang dahin erklaͤren, daß ſich das fromme Gefuͤhl von dieſer Feier viel verſprach.
C. Es laͤßt ſich aus deutlichen Stellen der Alten beſtimmt nachweiſen, daß die Eleuſinien nur in einem religioͤſen Prachtaufzuge, einem feier⸗ lichen Drama beſtanden, wobei der Andacht heilige Gegenſtaͤnde zur Ver⸗ ehrung vorgezeigt wurden, und wo die fromme Volksmenge der Goͤttin, die ſie als Wohlthaͤterin der Menſchen verehrte, ihre Opfer darbrachte.—
A. Was Lobeck uͤber den erſten Punkt ſagt, laͤßt ſich ſchwerlich entkraͤften.
Alle oͤffentliche Goͤtterverehrung beſtand bei den Griechen ſowohl, als bei den Roͤmern, in Prachtaufzuͤgen, Gebeten, Geluͤbden und Opfern; und zwiſchen der Handlung des Schlachtens und des Verbrennens der Eingeweide**) wurde Nichts geſprochen, als das feierliche Gebet— das Formular, mit welchem man Geluͤbde darbrachte und loͤſ'te**). Die heidniſchen Prieſter waren durchaus keine Religions⸗ und Sittenlehrer, ſondern nur Opferprieſter und Ceremonien⸗ Verrichter. Zu wiſſen, an welchem Tage, an welchem Altare, mit welcher Feierlichkeit zu opfern, und welche Thiere jedem Gotte die liebſten ſeyen— das
*) Siehe die von Lobeck(lib. I.§. I. pag. 7. und 8.) angeführten Schriften: Warburton The divine legat. of Moses. Lond. 1738— 41(L. II. Sect. 1W). Knight Inquiry into the Symb. tang.(in Class. Journ. tom. 22. pag. 4). Villoisson De tripl. Theolog. pag. 48. Ste. Croix Recherches histor.& critiques sur les My- stères du Paganisme Par. 1784.(Vergl. Silv. de Sacy Notes à Ste. Croix tom. I. p. 448. Meiners Verm. Schr. Th. III. S. 299. Creuzer Mythol. u. Symbol. 2te 2g. sg. u. Darmſt. 1819— 21. 4ter Th. S. 480, beſonders im Ercurs über Ceres ꝛc. Seite 574.
*2. inter cacsa& porrectꝰ.
ro*) verba concepta, solemne preca.tionis carmen.


