Aufsatz 
Über das Demetra-Fest in Eleusis, mit Bezug auf Schillers Gedichte:"Klage der Ceres" und "Das Eleusische Fest"
Entstehung
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und politiſche Zwecke mit dieſer Feier verbanden, Liebe zum Staate, zum Va⸗ terlande zu erwecken.

Die Anſicht unſers Tichters von dem Demetra⸗Feſte enthaͤlt demnach Alles, was ſich als erſter und natuͤrlicher Zweck dieſer Feier denken laͤßt, und was ſowohl aus dem religioͤſen, als dem politiſchen Geſichtspunkte Erhebendes und Wirkſames darin kann gefunden werden. Man koͤnnte ſagen, in der Klage der Ceres von Schiller herrſche das religioͤſe Element vor, in dem Eleuſi⸗ ſchen Feſte das politiſche. Schiller faßt aber den Staat mehr in der Idee auf; Rouſſeau ſah mehr auf die Wirklichkeit, auf den ge ellſchaftlichen Zu⸗ ſtand, in dem er lebte, und worin ihn Manches mit Unmuth erfuͤllte. Bei aller Verſchiedenheit der Anſicht herrſcht jedoch zwiſchen Beiden in einem Punkte eine Uebereinſtimmung, die man beim erſten Anblick ihrer Darſtellungen nicht ver⸗ muthet. Schiller wollte ebenſowenig, als Rouſſeau, daß der Buͤrger aufhoͤren ſollte, Menſch zu ſeyn; eben ſo wenig, daß der geſittete Menſch ſich ganz der Natur enefremden ſollte. Man leſe das ſchöne Gedicht: Der Spa⸗ zie rgang, und faſſe den Sinn folgendes Diſtichons:

Das Thor.

Schmeichelnd locke das Thor den Wilden herein zum Geſetze; Froh in die freie Natur fuͤhr' es den Buͤrger hinaus.

Man vergleiche damit den Schluß im Eleuſiſchen Feſte:

Der Menſch ſoll durch den Staat zum Menſchen werden, frei durch den Schutz des Geſetzes und maͤchtig durch die Geſittung. Aber nicht losringen ſoll er ſich von der heiligen Natur, von dem Geſetz in ſeiner Bruſt; ein Kind der Natur ſoll er die Mutter lieben und ihrer Spur folgen; mit den Feſſeln der Furcht ſoll er nicht zugleich die Feſſeln der Schaam zerreißen.

In dieſer Anſicht ſtimmt Schiller mit Rouſſeau uͤberein, welchem. jener das Zeugniß gibt, daß er aus Chriſten Menſchen zu werben, aus ver⸗