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den Zuſtand des geſitteten Menſchen mit dem des wilden. Vol Widerwillens gegen das Treiben der großen Welt, in welcher ſein gluͤhendes Naturgefuͤhl verkannt und verhöhnt wurde, und wo er ſich uͤberall beengt fuͤhlte, erklaͤrt er das Mein und Dein und die dadurch entſtehende Macht und Ueppigkeit fuͤr die Quellen tauſendfaches Elends und ruft den Menſchen zu: Gehet in die Waͤlder zuruͤck zu dem verlaſſenen Naturzuſtande, zur Unſchuld und Einfalt; werdet wieder gluͤckliche Menſchen!
Schiller hingegen preiſ't in dem Eleuſiſchen Feſte, wie in ſeiner Glocke, ndie heilige Ordnung, die ſegensreiche Himmelstochter, die das Gleiche frei und leicht und freudig bindet, ſie, die den Bau der Staͤdte gruͤn⸗ dete und den ungeſelligen Wilden aus den Waͤldern zum geſelligen Vereine rief“ ſie, die ihn an ſanfte Sitten gewoͤhnte und das Theuerſte der Bande webte—
den Trieb zum Vaterlande.“—
Der wahre Landmann iſt ein geborner Freund dieſes erlichen Vereins, dieſer Ordnung, dieſes Rechtszuſtandes. Sein Erwerb, der eine regelmaͤßige, ununterbrochene Sorgfalt erfordert, laͤßt ihm keine Zeit zur Eroͤrterung von Fragen, die außer ſeiner Sphaͤre liegen. Die Geſetze der Natur und ibren ewigen Kreislauf beachtend, erwartet er ſeinen Wohlſtand von ſeiner eigenen Thaͤtigkeit und laͤßt ſich nicht gern in fremdartige Wagniſſe ein; Feind aller Neuerungen, die den Beſitz gefaͤhrden, verlangt er vom Staate Schutz und Sicherheit fuͤr die Fruͤchte ſeines Fleißes. Heil dem Staate, der in dieſem Stande und in der ſich an ihn ſchließenden gewerbtreibeuden Buͤrgerklaſſe den Kern der Nation erkennt!
Das ſahen die Roͤmer ein: die laͤndlichen Tribus ſtanden bei ihnen hoͤher, als die ſtaͤdtiſchen; auf dem Landbauer beruhte die Kraft des Volkes. Gewiß hat man ſich in den fruͤheſten Zeiten bei der Feier der Eleuſinien an dieſe Wahrheit erinnert, und gewiß ſuchte man auch in der Folge, als ſich religioͤſe


