4 gruͤndet feſte Mauern, um die zerſtreute Welt zu verbinden, daͤmmt den wilden Strom in ſein Bette und mißt Jedem ſein Feld zu. Alle Nymphen mit der Artemis(Diana), der ſchilfbekraͤnzte Gott und die ſchnellen Horen; Po⸗ ſeidon(Neptun) mit dem Dreizack und der behende Hermes(Merkur) ſind thaͤtig zur Gruͤndung einer Stadt. Aus den goldenen Saiten lockt Apoll die Harmonie; ſein Spiel begleiten die Muſen mit ihrem Geſange, und es fuͤget ſich Stein zu Stein nach dem Klange des Liedes.
Kybe le(Cybele) ſetzt die Thorfluͤgel; es erheben ſich Tempel; die Eöt⸗ terkoͤniginn Hera(Juno) und Aphrodite(Venus) nahen zu einem Vermaͤh⸗ lungsfeſte. Alle Goͤtter bringen den Vermaͤhlten ihre Gaben dar. Demetra verwaltet am Altare des Zeus das Prieſteramt und ſpricht zum Volke:
„Freiheit liebt das Thier der Wuͤſte; Frei im Aether herrſcht der Gott! Ihrer Bruſt gewalt'ge Luͤſte Mͤmet das Naturgebot. Doch der Menſch in ihrer Mitte „Soll ſich an den Menſchen reih'n, „Und allein durch ſeine Sitte „Kann er frei und maͤchtig ſeyn.“ Das Gedicht ſchließt mit demſelben Aufrufe, mit dem es begonnen: „Unſer Geſang ſoll ſie feſtlich erheben, Die begluͤckende Mutter der Welt!
Wir ſehen aus dieſer Darſtellung, daß Schiller den rohen Naturzuſtand des Menſchen ſich als etwas ſehr Klaͤgliches und Elendes denkt, gleichſam(wie Hobbes) als Krieg Aller gegen Alle, und daß er nur von dem Staate menſchliche Geſittung und Bildung erwartet. Seine Anſicht weicht alſo ganz von jenen ab, welche Rouſſe au aufſtellt. Der Buͤrger von Genf vergleicht in ſeiner Abhandlung uͤber den Urſprung der Ungleichheit unter den Menſchen


