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„Man ceißt und ſchleppt ſie vor den Richter, Die Scene wird zum Tribunal,
und es geſteh'n die Böſewichter,
Getroffen von der Rache Strahl.“
Dieſe Ballade von Schiller, ſo wie auch ſeine uͤbrigen Gedichte faſt alle verdienen, daß ſie nicht nur von den Gebildeten der Nation geleſen und er— klaͤrt werden, ſondern auch im Munde des Volkes leben, wie Dante, Arioſt, Taſſo bei den Italienern. Unſtreitig ſagt Schiller bei ſeinem Ernſte, ſeiner ſittlichen Grazie und Erhabenheit dem deutſchen Gemuͤthe am meiſten zu.
Die Zeit, wo Schwaͤrmer und Froͤmmler ihn verdaͤchtig zu machen, oder kleinlich-geſinnte, laͤcherlich-uͤbermuͤthige Maͤnner, wie neulich ein bekannter Kritiker, ihren Muth an ihm zu kuͤhlen verſuchen, geht voruͤber, und Schil— ler glaͤnzt am poetiſchen Himmel der Deutſchen, ein Stern erſter Groͤße.
Schiller, wenn auch nicht ſo univerſell wie Goͤthe, iſt doch nationa⸗ ler; er hat von ſeinem Talente einen beſſeren Gebrauch gemacht, als oft Goͤthe von dem ſeinen. Was den Geiſt immer und uͤberall bewegt, die wich⸗ tigſten Angelegenheiten des Menſchen und des Buͤrgers zugleich, um welche letztere ſich der olympiſche Goͤthe wenig bekuͤmmert, hat Schiller in ſeinen Ge— dichten edel behandelt. Die Schoͤpfungen ſeiner Phantaſie, die Weſen, die darin leben, ſind ewig. Schiller's Groͤße neben der ſeinen anerkennend, ſingt Goͤthe von ihm:
— Es ſchritt ſein Geiſt gewaltig fort—
In's Ewige des Wahren, Guten, Schönen, Und hinter ihm in weſenloſem Scheine
Lag, was uns Alle bändigt, das Gemeine⸗
Goͤthe's Groͤße anerkennend, ſang Schiller:
Du ſelbſt, der uns vom falſchen Regelzwange Zur Wahrheit und Natur zurückgefübrt, Der in der Wiege ſchon ein Held, die Schlange


