Aufsatz 
Über die heiligen Kampfspiele der Griechen, mit Bezug auf Schillers Ballade:"Die Kraniche des Ibykus"
Entstehung
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XIX

Verſoͤhnen kann uns keine Reu Ihn fort und fort bis zu den Schatten Und geben ihn auch dort nicht frei!

So ſingen die Eumeniden und tanzen den Reigen; und feierlich, mit ab⸗ gemeſſenem Schritte die Buͤhne umwandelnd, verſchwinden ſie im Hintergrunde. Todesſtille herrſcht im Hauſe;

und zwiſchen Trug und Wahrheit ſchwebet Noch zweifelnd jede Bruſt und bebet

uUnd huldiget der furchtbar'n Macht,

Die richtend im Verborg'nen wacht,

Die unerforſchlich, unergründet,

Des Schickſals dunklen Knäuel flicht, Dem tiefen Herzen ſich verkündet,

Doch fliehet vor dem Sonnenlicht.,⸗

Auf einmal hoͤrt man eine Stimme von den hoͤchſten Stufen:

Sieh da, ſieh da, Timotheus, Die Kraniche des Ibykus!

Und uͤber dem Theater hin ſieht man einen Kranichzug voruͤberfliegen.

Der Name Ibykus erweckt neuen Gram in jedem Herzen; Einer ruft dem Andern zu:

Des Ibykus, den wir beweinen,

Den eine Mörderhand erſchlug,

Was iſt's mit dem? was kann er meinen? Was iſt's mit dieſem Kranichzug?

Ploͤtzlich erwacht die Ahnung in allen Herzen:Das iſt gewiß der Eu meniden Macht; den Moͤrder verraͤth ſein Gewiſſen; ergreifet den, der das

Wort geſprochen und ihn, an den es gerichtet war. Das ſchreckenbleiche An⸗ geſicht macht ſchnell die Schuldbewußten kund.