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ungefähr 552 vor Chr. lebte, wanderte zu den iſthmiſchen Spielen. Von Raͤubern uͤberfallen, rief er, dem Tode nahe, einen ſo eben voruͤberfliegenden Schwarm von Kranichen zum Raͤcher ſeines Mordes auf.
Sein letztes Wort wurde erhoͤrt. Denn als die Raͤuber waͤhrend einer thea⸗ traliſchen Vorſtellung einen Zug von Kranichen erblickten, erwachte bei dem Einen das Gewiſſen und er rief dem Andern zu:„Siehe da die Raͤcher des Ibykus.⸗ Dadurch verrathen, empfingen ſie von dem Richter den verdienten Lohn.
Dieſen Stoff behandelt Schiller poetiſch auf folgende Weiſe: Der Goͤtter⸗ freund Ibykus zog nach der Landenge von Korinth zum Kampfe der Wagen und der Geſaͤnge.
„Ihm ſchenkte des Geſanges Gabe Der Lieder ſüßen Mund Apoll, So wandert' er am leichten Stabe Aus Rhegium des Gottes voll.“
Schon winkt ihm die Feſte von Korinth; ſchon tritt er mit heil'gem Schauer in den Fichtenhain Poſeidons; Stille ringsumher, nur Schwaͤrme von Kranichen begleiten ihn. Er begruͤßt ſie, ſeine Begleiter zur See, als Freunde.
„Zum guten Zeichen nehm' ich euch,
Mein Loos, es iſt dem euren gleich.
Von fernher kommen wir gezogen,
Und flehen um ein wirthlich Dach,
Sei uns der Gaſtliche gewogen,
Der von dem Fremdling wehrt die Schmach⸗
Ploͤtzlich verſperren in der Mitte des Waldes zwei Moͤrder ſeinen Weg.
„Zum Kampfe muß er ſich bereiten, Doch bald ermattet ſinkt die Hand; Sie hat der Leier zarte Saiten, Doch nie des Bogens Kraft geſpannt.⸗


