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des dritten, mit aͤhnlicher Pracht, wie die olympiſchen und pythiſchen, gehalten; auch die Kampfuͤbungen waren einerlei. Die Sieger wurden fruͤher mit einem Kranze von Eppich, hernach mit einem Fichtenkranze beehrt. Die Eppichzweige, welcher man ſich bei Leichenfeiern bediente, moͤgen wohl an die Gruͤndung und urſpruͤngliche Bedeutung dieſer Spiele, wie auch der nemeiſchen, erinnern. Bei den iſthmiſchen Spielen war es, wo T. Quinctius Flaminius den griechiſchen Staaten durch einen Herold ihre Freiheit verkuͤnden ließ.
4. Von den nemeiſchen Spielen.
Auch die nemeiſchen Spiele, welche von dem Staͤdtchen Nemea den Namen haben, wurden nach vollen zwei Jahren gefeiert. Die Vorſitzer und Kampf⸗ richter, welche immer aus wuͤrdigen Bürgern der benachbarten Staͤdte Korinth, Argos und Kleona gewaͤhlt wurden, trugen bei der Feier dieſer Spiele dunkelfarbige Gewande. Die Sieger erhielten einen Eppichkranz. Beide Ge⸗ braͤuche deuten darauf hin, daß auch dieſe Spiele urſpruͤnglich Leichenfeierlich⸗ keiten waren.
Bei dieſen Spielen war es, wo dem Feldherrn des achaͤiſchen Bundes, dem großen Philopoͤmen eine hohe Ehre zu Theil wurde. Er erſchien nach ſei— nem Siege bei Mantinea gerade zu der Zeit in Nemea, als die Cithariſten mit einander wetteiferten. Pylades, ein vorzuͤglich geſchickter Citherſpieler, ſang eben ein Lied von Timotheus und war an der Stelle:
„Hellas erwirbt er den prächtigſten Schmuck, die herrliche Freiheit).
Da wandten ſich die Blicke der ganzen Verſammlung auf den eintretenden Helden, und machten die Worte des Saͤngers fuͤr ihn zur ſchmeichelhafteſten Ehrenbezeigung.—
*) Plutarch. in Philopoem.


