— 13—
bekannt, welchen Einfluß die Grundſaͤtze des Erzbiſchofs Adelbert von Bremen auf die verkehrte und despotiſche Herrſchweiſe Heinrichs IV. aͤußerten.
3)»Der Hierarchie, ſagen ihre Lobprediger ferner, verdanken wir die Bekeh⸗ rung heidniſcher Voͤlker, und auch Deutſchland iſt ihr fuͤr die Einfuͤhrung des Chriſtenthums großen Dank ſchuldig.«
Allerdings hat das Chriſtenthum da, wo es nach dem Sinne ſeines Stif⸗ ters eingefuͤhrt wurde, großen Einfluß gehabt auf die Geſittung der Voͤlker. Darum hohe Achtung dem Namen Bonifacius Winfried! Aber man vergeſſe auch nicht die Schattenſeite jener Bekehrungen. Wie erfolgten ſie ge⸗ woͤhnlich? Durch Feuer und Schwert und durch ausrottende Kriege haͤufiger, als durch die Kraft des uͤberzeugenden Wortes, oder die Milde der Rede. Mit dem Schwerte bekehrte Karl d. Gr. die Sachſen; er handelte im Geiſte der Hierarchie; ſie hat ihn darum hauptſaͤchlich kanoniſirt; aber nicht dadurch verdiente er den Namen des Großen, ſondern durch ſeine Bemuͤhung um Volksbildung und um das Gluͤck der ihm gehorchenden Voͤlker, durch Gruͤn— dung von Schulen und Kirchen, durch die Sorge fuͤr den Ackerbau und Han⸗ del, uͤberhaupt durch die Weisheit der Regierung, mit welcher er ſo viele ſtreitende Elemente zu einem Ganzen zu vereinigen und als Ganzes zu erhalten wußte.
In Amerika wurde das welterloͤſende Kreuz ein Mordzeichen, welches den fanatiſchen, von Moͤnchen regierten Spaniern den blutigen Weg der Eroberung und Unterdruͤckung vorzeichnete. Und die Inquiſition! wie viele tauſend Opfer haben unter ihrem Wuͤrgerſchwerte geblutet! wie viele Tauſende hat im Namen der Religion die Flamme des Scheiterhaufens getoͤdtet! Mit Schaudern wendet ſich die edlere Menſchheit von dieſem graͤßlichen Bilde weg!
4)»Durch die Hierarchie, heißt es weiter, ſind die europaͤiſchen Voͤlker zu einer chriſtlichen Republik verbunden worden.«


