— 17—
findet man in ſeinen philoſophiſchen Schriften. Ihn kann man den Stifter aller lateiniſchen Schulen in Europa nennen; auch ſur die gelehrte Welt verdient er den Namen: Vater des Vaterlandes, wie ihn die Qui⸗ riter wegen der Unterdruͤckung der catilinariſchen Verſchwoͤrung nannten. Als Nachahmer der ſchoͤnen Ciceroniſchen Schreibart verdient Quinti⸗ lian genannt zu werden. Mit der Schoͤnheit der Gedanken iſt auch in dem Panegyrikus des juͤngern Plinius die hoͤchſte Zierlichkeit des Aus⸗ drucks und Feinheit des Lobes verbunden.—
Es iſt nicht noͤthig, noch mehrere Klaſſiker anzufuͤhren, um den Satz zu beweiſen, daß die Schoͤnheit der Darſtellung zu den Hauptzwecken der griechiſchen und der roͤmiſchen Schriftner gehoͤrte.
Aus dem Angefuͤhrten ergibt ſich alſo leicht die Beantwortung der Frage: Worin ſollen wir den Alten nachahmen?
Es wuͤrde ſich wenig der Muͤhe lohnen, wenn wir unſer Beſtreben da⸗ hin richteten, ſo gut lateiniſch und griechiſch, wie die alten Klaſſiker, ſchrei⸗ ben zu koͤnnen*). Wir lernen die alten Sprachen mehr zu dem Zwecke, daß wir die klaſſiſchen Werke verſtehen, und in ihren Geiſt eindringen koͤnnen. Gewandtheit im Schreiben und Reden iſt vielmehr Zweck bei der Erlernung
)„Nulla capitalior pestis, nullz major corruptela invadere ingenia potuit, quam ösur dae et pueriles quaedam de utilitate ex veterum auctorum lèctione capienda „ opiniones.— Hinc parentes quidam nibhil se magnopere à fliis e schola- reportari „ Vélle dicunt, praeter latiue seribendi fzcultatem.- Pfrofeoto si nikil allud e grae- „corum latinorumque auctorum lectione commodi exspeotari posset, aut ea esser
p Sunua utilitas: fateor me hodie omnes auctores Iatinos et graecos abfecturum „ esse, So urtheilt Erneſti(Joh. Aug.) Vergl. Niemeier's Erziehungs⸗ lehre 2r. Band 7. Ausg. S. 356. ic.
7


