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jeder Art. Von ſeinem Tiſche aßen, wie Aeſchylus ſagt, die griechiſchen Tragoͤdiendichter. Die Erhabenheit des Gedankens von der Majeſtaͤt ſeines Gottes, die er in wenigen Worten ſchildert:
„Zeus winkt, und der Olymp erbebt'; dieſe Erhabenheit begeiſterte den Phidias zu dem Wunderwerke— dem Zeus in Olympia.— Mit we⸗ nigen Worten ſtellt uns Homer die ſchoͤnſten Gemaͤhlde hin. Ich verweiſe nur gleich auf den Anfang der Ilias, wo er den zuͤrnenden Apoll darſtellt, wie er, dem Sturme gleich, mit dem pfeilraſſelnden Koͤcher vom Olymp her⸗ abſteigt, dem Heere der Achajer ſich gegenuͤber ſetzt, und ſeine Pfeile ab⸗ druͤckt von der ſchwirrenden Sehne, und wie Menſchen und Thiere hinſter⸗ ben, und die Scheiterhaufen dampfen.
Doch ich muͤßte das ganze Gedicht abſchreiben, um allenthalben die Schoöͤnheit der Bilder, das herrliche Maß und den Umriß der Gedanken zu zeigen!— Voll erhabener Ideen ſind auch die Werke eines Aeſchylus und Sophokles. Jener zeigt uns ſeine kraͤftigen Helden im Kampfe gegen ein rieſenmaͤßiges Schickſal, dem alles Sterbliche unterliegt; bei So⸗
phokles tritt ſchon die Idee einer heiligen Weltregierung heller hervor, wo zwar das Sinnliche untergeht, aber das Geiſtige, die moraliſche Kraft des Helden, unbeſiegt und mit dem Schickſale verſoͤhnt aus dem Kampfe hervorgeht. Ich erinnere hier vorzuͤglich an die beiden Stuͤcke, welche die Geſchichte des Oedipus zum Gegenſtande haben. Kuͤhner Schwung herrſcht in den Oden des Pindarus und Alkaͤus. Und welcher Reichthum, welche Schoͤnheit und Fuͤlle der Gedanken finden wir nicht in den Werken der Philoſophen! Ich erwaͤhne hier vor Allen des Ariſto⸗ teles, des Plato und des Fenophon. Ariſtoteles iſt einer der ſcharfſinnigſten Lehrer des Alterthums, und an ſeiner Lampe haben Tau⸗ ſende von Kunſtrichtern und Philoſophen ſpaͤterer Zeiten ihr Licht angezuͤn⸗


