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er ſeinem Schuͤler Alkibiades das Leben rettete. Der Dichter Aeſchylus half bei Salamis ſiegen, und Sophokles theilte im Kriege wider Samos die Befehlshaberſchaft mit Athens groͤßten Maͤnnerne, dem Perikles und dem Thukydides. Der liebenswuͤrdige Fenophon, der Verfaſſer der Denkwuͤrdigkeiten des Sokrates, hat ſich großen Feldherrn⸗Ruhm er⸗ worben, indem er mit dem Spartaner Cheriſophon nach der Schlacht bei Kunaxa den ewig denkwuͤrdigen Ruͤckzug der 13,000 Griechen leitete. Der Verfaſſer der Denkſchriften vom galliſchen Kriege, Julius Caͤſar, war ein geuͤbter Redner, ein kluger Staatsmann, ein einſichtsvoller und tapferer Feldherr. Der Redner Cicero fuͤhrte ehrenvoll das Con⸗ ſulat, und rettete ſein Vaterland von Catilina's Verſchwoͤrung. Ich koͤnnte noch genug Beiſpiele der Art anfuͤhren, wenn es zu unſerm Zwecke noͤthig waͤre. Die Geſchichte und die Schriften der Alten zeigen uns hinlaͤnglich, daß ſie durch Wort und That gemeinnuͤtzig zu ſeyn ſtrebten. Bei den Roͤ⸗ mern iſt dieſes noch mehr der Fall, als bei den Griechen. Bei jenen faßten die praktiſchen Wiſſenſchaften, als Geſetzgebung, Beredſamkeit, Geſchichte u. ſ. w. die tiefſten Wurzeln.— GC.
Ich wende mich nun zum dritten Punkte, wovon oben die Rede war, zur Kunſt oder zur Darſtellung des Schoͤnen und zum ſchoͤnen Aus⸗ drucke. Wenn vom Schoͤnen oder von der Kunſt die Rede iſt, ſo gelten Schillers Worte:
„Mein unendlich Reich iſt der Gedanke; «Mein befluͤgelt Werkzeug iſt das Wort.⸗»
In Beidem: in der Schoͤnheit des Gedankens und der Schoͤnheit des Wortes oder des Ausdrucks leuchten uns die Alten als Sterne erſter
Groͤße vor. Wie ſie durch ihre plaſtiſchen Werke den Neueren unerreicht 2


