Aufsatz 
Die Paläographie als Wissenschaft und die Inschriften des Mainzer Museums / von Moritz Munier
Entstehung
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LVIA D, LVIII, LIXF. J, LXA, F. H, LXII, LXVI, LXXA, B, C, LXXIE, LXXIIC Z. 7, LXXVI, LXXVII, LXXIX, LXXXI, LXXXIII, XCG. 1, XCIB, GC, L, XCIICO,D, F, XCIIIA, B, GC, D, XOIVA D. EF, XCVIA,D,C im kleiner Geschriebenen. Auf mehreren dieser Inschriften zeigen fast alle oder doch die meisten R eine cauda, die rund nach aussen gebogen ist, auf andern kommen einzelne solcher R vor; man vgl. besonders: 71, 83, 704, B. C, 66(s. hinten d. Taf.). Auf LXVI findet sich etwa 10mal, dass die cauda zuerst gezeichnet wurde und sich dann die Schlinge an dieselbe setzt, dasselbe auch auf andern Steinen mehrfach, sowie noch ärgere Unregelmässigkeiten. Dieunmögliche, beim modernen R allerdings wahrscheinlich nie vorkommende Form, dass die caudamerklich tiefer als da, wo die obere Rundung endet, an die hasta ansetzt, findet sich in den P. L. M. E. verhältnissmässig häufig, bei frühen und späten Inschriften; auf LXXIVN mit sorgfältiger Schrift; das 2. R ist der Zwillingsbruder des 1.; LXXVIC Z. 8 gleichfalls mit guter Schrift, wenn auch die Buchstaben nach rückwärts zu fallen scheinen das untere Bruchstück ist eben schief angesetzt die andern R sind ähnlich; LVID mit recht schöner Schrift, sehr deutlich; aus älterer Zeit: XLVIII, LVCa; etwas verwittert LXXXA, doch noch erkennbar; auf LXXXVA Z. 5 eine noch ärgere Unregel- mässigkeit, und so liessen sich noch manche ähnliche oder gleiche Balege beibringen. Wie viel Unverstand liegt übrigens in dem Gedanken: ein Fälscher gibt mehreren R eine Form, die er nirgends gesehn! Wenn nun Hübner es auffallend findet, dass Janssen einen anderen Buch- staben, dessen sonst verbundene Striche unverbunden sind, zur Erklärung des Nen. R herbeizieht, und meint, es leuchte ein, dass man auf diese Weise so ziemlich alles vertheidigen könne, legt er damit wenig Neigung für eine wissenschaftliche Behandlung paläographischer Fragen an den Tag. Kommt es im Alterthum vor, dass man sonst verbundene Linien aus Nachlässigkeit, Spielerei oder irgend einem andern Grund unverbunden liess, so ist damit doch bewiesen, dass man dies bei gleichen oder ähnlichen Ursachen wieder erwarten kann. Warum diese Eigenthümlichkeit sich auf bestimmte Buchstaben beschränken sollte, müsste erst nachgewiesen werden. Dass man auf diese Weise vieles beweisen kann, ist richtig, aber damit ist nicht dargethan, dass diese Weise falsch ist, sondern höchstens dass die Paläographie eine sehr problematische Wissenschaft ist. Natürlich würde Hübner bei seiner engen Methode es unstatthaft finden, für die Ungleichheit der 2 Bogen des S etwa die Ungleichheit der 2 Schlingen von B, der durch den mittleren Querstrich bezeichneten Abschnitte der hasta von E, der 2 ungleich spitzen Winkel des M und N ins Feld zu führen. Dass diese Ungleichheiten in späterer Zeit, weil sie die Zeichnung des Buchstabens erleichtern(wie auch in neuester Zeit, wohl mit Nachahmung der Antike), absichtlich gemacht wurden, ist bei der oft grossen Ungleich- heit sehr wahrscheinlich; man vgl. für E M die Tafel der Akademie. Für 8 führe ich nur an: XXXIX, LXXXIXA, XCVIA C; aus dem Jahr 158 Tab. ph. IX s 6: 1052; aus 204 ebd. s 8: 1025; aus 225 ebd. s 6: 1317; aus 236 ebd. s 8: 1336 mehrere der unteren kleinen S; aus 242 ebd. d 7: 1310. Ich kann nicht übergehn, dass die Tafel der Akademie das- jenige S des Steines abbildet, dessen obere Hälfte nicht vorhanden ist; das S Z. 4 zeigt die stärker heraufgebogene Rundung wie P. L. M. E. LIIIC, LXXH, mehrere kleinere von XCVI, p. 79 u. LIIA. Wenn Schlüsse aus der Paläographie überhaupt Sicherheit gewähren, hat dieses Nen. S. echt antiken Charakter. Für die schiefen apices des S führe ich nur an: XXXIX, LXD, LXVI, LXXA, LXXIIA, LXXIIIFb, LXXVIA, LXXIXB und aus der Zeit Trajans Tab. ph. IX s 7: 1146; aus der Mitte des 1. Jhrhdts. X s 4: 1153, womit jedoch, wie ein Blick auf Tab. IX und X lehrt, keineswegs alle Belege erschöpft sind. Bei dieser Frage der schiefen app. von CGS zeigt sich recht deutlich, wie gedankenlos die Berliner paläographischen Gesetze aufgestellt wurden. Hätte sich Hübner nur die einfache Frage vorgelegt: Wie entsteht ein apex? so hätte er, zu genauerem