Aufsatz 
Die Paläographie als Wissenschaft und die Inschriften des Mainzer Museums / von Moritz Munier
Entstehung
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schiefen apex, wie er öfter in den P. L. M. E. und auch später vorkommt; das 2. C ist unten aus- gebrochen und der erhabene Gypsausguss des Bruches rechtfertigt keineswegs die merkwürdige Ab- bildung Hübner's. Falsch ist der Druck der schiefen Linien des M, die drei M zeigen zuerst den Haarstrich, dann den Grundstrich. Falsch bezw. oberflächlich(?) gewählt ist die Abbildung des R, die einen der schwersten Verdachtsgründe abgeben sollte. Das R. von Z. 1 zeigt regel- rechten Ansatz der cauda(wie in der ersten Zeile vgl. S. 11 auch zu erwarten), bei denen von Z. 2 und 5 berührt die cauda den Bogen und nur das R Z. 4(auch keins der 11 gemalten auf den Abb. Wilmowskys) zeigt die von Hübner geboteneunmögliche Form(eine nachträgliche Verbesserung ist auf Stein ausgeschlossen), die ich freilich an modernen R nie, an den antiken der P. L. M. E. jedoch öfter gesehen habe. Ein Ausguss des R in GERM(vgl. beigef. Taf.) zeigt, dass das, was aus Hübner's Bezeichnung desselben entnommen werden muss, unwahr ist. Mit diesen groben Unrichtigkeiten glaube ich genug bewiesen zu haben, dass auch die Feinheiten schlecht wiedergegeben sind, liesse sich bei jedem Buchstaben zeigen.

A war der einzige Buchstab, bei dem sich das Gutachten mit Hinweis auf die Apbildung begnügte. Was die Vertheidigung nachträglich zu sagen weiss, ist so, dass es sich einer Er- wiederung nicht verlohnt. Man könnte ja sogar nach Millimetern abmessen, dass alle angeblichen Fehler des Nen. A sich an echt römischen A finden und mit wenig Mühe nachweisen, dass die Aus- setzungen am Nen. A durchaus keine wesentlichen Eigenschaften des römischen A betreffen. Auch dass rohe oder plumpe Ausführung ebenso und noch mehr eine antike wie moderne Eigenthümlich- keit ist, kann auf Tab. ph. I leicht ersehen werden. Der Curiosität halber will ich nur anführen, dass nach der Vertheidigungnicht eine einzige Eigenschaft des A von Nen. ihm seinen modernen Charakter verleiht, sondern sein Aussehn in all seinen Theilen! Von E und F heisst es im Gut- achten, dass beidestets ihre 3 beztl. 2 horizontalen Striche in gleicher oder wenigstens fast gleicher Länge vorstrecken, niemals aber der Mittelstrich fast zu einem Punkt zusammen- schrumpft. Doch das Niemals lässt sich etwas herunterhandeln. In der Vertheidigung sind schonverschiedene Varietäten längerer und kürzerer Mittelstriche zu haben, und damit man das Abschlagen nicht so merkt, werden auch Varietätengrader oder in verschiedener Richtung schräger Mittelstriche dreingegebennur grade nicht in der offenbar modernen Form des Nen. E und F. Nun, wenn diese offenbar moderne Form darin besteht, dass der Mittelstrich wie ein dreieckiger Punkt aussieht, so findet diese sich genau so auf C. I. R. 1444(vgl. beigef. Taf.) u. IIE, IIIO, P,. S. W, LXXXI Z. 5, LXXIXA u. ein punktähnlicher XXXVIIB, XXXVIIIE, LIIEB, LXVIIIp, LXXVIIE, LXXXII u. p. 67; besteht aber die moderne Form, was richtig ist, darin, dass an einen kurzen Strich ein flaches, in diesen Strich mit gebognen Schenkeln verlaufendes Dreieck gesetzt ist, so finden wir diese ausgeprägt modern Tab. ph. IIIs 2: 1237(8. hinten); mit einem mehrfach dem Nen. E gleich kurzen Strich, ebd. s 4: 1060 aus d. Jahr 227 und auf andern Inschriften hie und da vgl. Tab. ph. III, VI, VII. Sehr komisch klingt, dass p. 90 ausser dem zum Punkt zusammengeschrumpften Mittelstrich, der erforderlichen Falls auch noch für das Alterthum zuge- standen wird, in so einem E mit solchem Punktnoch immer antike Form steckt, und dass ausser dem fälschlich für modern gehaltenen und ungenau abgebildeten Mittelstrich noch eineallgemeine Abweichung des Nen. E von dem antiken sich zeigt. Den in der Vertheidigung oft genannten Laien wird aber darüber Genaueres nicht enthüllt.C, heisst es im Gutachten,nzeigt in der alten Schrift nur oben eine ausgebildete Spitze; unten ist dieselbe ganz klein oder fehlt, schon in der älteren Schreibweise oft gänzlich und später durchaus. Dies hält die Vertheidigung aufrecht, und wir erfahren durch praeteritio einiges vomrunden Gamma des griechischen Alphabets der