Aufsatz 
Die Paläographie als Wissenschaft und die Inschriften des Mainzer Museums / von Moritz Munier
Entstehung
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denen von LXVIIID, den P u. R LXVIIIB gichtbar), oder zu breit ausfallen. Demselben Umstand verdanken die ebenfalls in dieser Zeit häufigen R-Formen Nr. 2, Nr. 3 ihr Dasein. Zweitens wird die Krümmung der cauda des R beanstandet. Eine solche nach aussen sehen wir aber deutlich an einem R XLVS, LVIA; durchgängig LXXIE; eine des unteren Theils nach oben schwach LIIIA bes. Z. 1, LXIIIE Z. 6, LXIVT, häufig auf LXXC, und im klein geschriebenen Theil von LXXXI, bes. Z. 12 ff., 18, auch sonst LXI ähnlich. Eine kleine mehr oder minder in die Höhe stehende, gebogene cauda auf XLV¹0, 20, XLVI2 abwärts gebogen, XLVII, 10; grade, aber sonst sehr ähnlich XCVIIE. Angesichts dieser angeführten Formen muss jeder Unbefangene zugeben, dass die R von LXI durchaus antikes Gepräge zeigen. Jedenfalls sind sie von der modernen Form unendlich weit entfernt. Ebenso schlimmeWechselbälge aus der Kaiserzeit s. auf der beigeg. Taf. Dritter Punkt: Eine rein moderne Spielerei ist es ferner, dass im B die den beiden Schlingen gemeinsame Quer- linie nicht bis an die perpendiculäre heranreicht, sondern vor ihr aufhörend einen leeren Zwischen- raum lässt und hier ausserdem als besondern Zierrath einen abschliessenden Kopf erhalten hat Solche B sind grade in der betr. Zeit aus den angeführten Gründen recht häufig LXIVEe, Ea Z. 8; 3mal auf LXIVG; XLV9; auf dem regelmässigen LXXXVIC; LXXXIXDP; LXVI 29; LIIIB; LIIB Z. 13 und annähernd noch öfter. Was nun den abschliessenden Kopf betrifft, so wird er durch das Auseinandergehen der beiden Schlingen gebildet, ein solches sehen wir sehr deutlich LXXXVE; ferner LXVI 18, 3¹¹1; 2-, vielleicht 3mal LXIIG(vgl. auch P Nr. 4); deutlicher bei R LXIIIE Z. 7, LIXD Z. 2, 3. Bei R finden wir auch in den analogen Fällen einen apex als Abschluss z. B. XLIIM, XCIID, LIIB Z. 2 und sonst noch öfter. Dass diese s. g. modernen Eigenthümlichkeiten des B der Tausendste heut zu Tag noch nie zu Gesicht bekommen hat, brauche ich nicht zu erwähnen. Der vierte Punkt betrifft das P, dessen Schlinge die hasta berührt. Das Vorkommen desselben in derältesten Zeit und unter demepigraphischen Kleinkram ist eine sichere Bürg- schaft, dass man es unter den in dieser Abhandlung öfter bezeichneten Umständen auch einmal auf Stein treffen kann, besonders in Zeiten, wo die grössere oder geringere Entfernung der Schlinge von der hasta für ein unaufmerksames Auge zu einer unwesentlichen Eigenthümlichkeit des Buch- stabens wurde. Bei vielen P endet wirklich die Schlinge so dicht an der hasta, dass man be- sonderen Fleiss anwenden muss, zu sehen, dass sie offen ist. Der Erfolg bestätigt auch die ver- nünftige Erwartung: Auf der Tab. ph. VIII sind die geschlossenen P von 12 Mainzer Inschriften aus verschiedenen Zeiten zusammengestellt, dazu noch 2 P der Inschrift C. I. R. 762 d, alle P von 993, von denen vielleicht 1 zweifelhaft ist, ein sehr deutlich geschlossenes von 1330, die geschlossene Form Nr. 4 von 1331 b. Dazu kommen noch die im Anhang zu den Tabb. ph. aufgezählten von Wiesbaden, Darmstadt, Mannheim und Bonn; auf Thon, sowohl auf Legions- als auch Fabrik- stempeln eine grosse Menge, darunter die meisten mit sehr breiter, deutlicher Schlusslinie, und viele in schöner, nicht nachlässiger Ausführung. Wenn man nun auch von den 26 beigebrachten Steininschriften(die Bonner 209 kenne ich nur aus einem Gypsabguss) einen Theil unter den üblichen nichtigen Vorwänden(wie Graffite auf Stein u. à.) streichen wollte, blieben doch noch genug, um im Verein mit denen auf Thon das geschlossene P als antik zu bezeugen. Ritschl spricht schliesslich von einem Ausfahren des Meissels; warum fährt derselbe aber nicht aus, wo sich die Bögen von B, D, R oben an die hasta ansetzen? Bei dem Stein von Furfo meint er, man werde die geschlossenen P dem Steinmetzenals eine individuelle Schwäche zu Gute zu halten haben. Mit dieser Logik aber kann man auch jedem Fälscher individuelle Schwächen und eine zitterige Hand zu Gute halten.