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einen schwungvoll gebognen Querbalken, der jedenfalls viel schwieriger auszuhauen ist als der grade eines andern T derselben Inschrift Tab. phot. X d 7. Noch deutlicher sind dieselben Verhältnisse bei 1057, einer sorgfältig und regelmässig eingehauenen Inschrift. Während die oberen Zeilen ganz regelmässige R und T zeigen, finden wir in den untern ein Cursiv R und ein T mit ganz besonders stark gebognem Querstrich Tab. Phot. XIs 5, IX d 3. T. XIs 5: 1176 M 5 ist regelmässig, M 2 zeigt runde Formen; Xs 5 S am Ende der 2. Z. schwach gebogne Cursivform, ähnlich dann noch in der folgenden Z., die andern regelmässig. IX s 1: 1172 1 R regelmässig und sorg- fältig, die andern unregelmässig und schlecht ausgehauen wie Nr. 5 und 6. Xs 6: 1174 1 8 regelmässig, das andre wie Nr. 7. IVs 3: 1183 G Z. 2 regelmässig trajanisch, die 2 der Z. 4 wie Nr. 3. Ebd. d 1: 956 ebenso. Aehnlich V d 5: 978. XI d 10: 1153 V wie Nr. 10. VIS 5: 1336 die M der oberen Zeilen mit schiefen Schenkeln, die der untern mit parallelen, ähnliche Unterschiede auf demselben St. s. III d 5; IX d 5; ebd. s 8. Das klein Geschriebene auf 1364 kann fast als Cursiv gelten, während die drei gross geschriebenen unteren Zeilen schöne Schriftzüge zeigen. Aus dem G. I. R. kann man ersehen, dass die A Nr. 7, und 9, E Nr. 10 oft nicht in den ersten, sondern erst in den unteren Zeilen vorkommen.
Wir gehen über zur fünften Hauptfrage, deren Beantwortung auf manches bisher noch Un- verständliche und Streitige Licht zu werfen geeignet scheint: Wie sind die Veränderungen der Schrift entstanden? Ritschl setzt sie mit dem Wesen und Charakter der jedesmaligen Zeit in Beziehung und sieht Rh. M. XXIV p. 6 zuerst„in der archaischen Periode eine gewisse grossartige Unbekümmertheit, die nichts will als Deutlichkeit und Bestimmtheit, gleichgültig ob diese mit mehr oder weniger starren und spröden, oft groben und eckigen, selbst ungeschlachten, gar nicht nothwendig symmetrischen, immer aber derben und energischen Linien und Linienverbindungen erreicht wird u. s. w.“, unterscheidet ferner p. 7 zwei Haupttriebkräfte der Veränderung,„eine noch niemals verkannte“ der Vereinfachung durch Abkürzung, und„eine wenigstens noch nicht dargelegte“, die„von einem specifisch mathematischen, näher geometrischen Princip in Bewegung gesetzt wird“. Sie bewirkt,„dass in einer dreifachen Stufenfolge fort- geschritten wurde von 1) schräglinigen und schiefwinkligen Figuren zu 2) verticalen und horizon- talen Linien und rechten Winkeln mit besonderer Neigung zum quadratischen Verhältniss, von diesen endlich 3) zu gerundeten, die Winkel nach Thunlichkeit beseitigenden Formen“. Wie diese Auseinandersetzung irgend einen Werth, etwa für die Altersbestimmung, beanspruchen kann, da doch schon das Mutteralphabet mit Ausnahme des P zu den gerundeten Formen fortgeschritten war, das verwandte etruskische auch P gerundet zeigt, die ältesten römischen Münzen auf die 2. und 3. Stufe gelangt sind, ist schwer einzusehn. Trotz der behaglichen Weitläufigkeit, mit der nun die einzelnen Formen den genannten Stufen zugeordnet werden, erfahren wir nicht, was nach meiner Vorstellung von der hier massgebenden Macht der Gewohnheit zuerst hätte gefragt werden müssen, warum ein Fortschritt von schräg- und schiefwinkligen Figuren stattfand, woher die Neigung zum quadratischen Verhältniss, woher die Neigung zum runden; wie kam es, dass das Neue ein Ueberkommenes durchbrach? Hätte Ritschl diese Fragen aufgeworfen, so hätte er die meisten seiner Probleme anders beantwortet, hätte den Einfluss der Herstellung und Technik auf die Gestaltung der Buchstaben in Erwägung gezogen und schwerlich den Charakter der jedesmaligen Zeit mit dem Charakter der Schrift in Beziehung gesetzt. Dieselben derben und energischen Linien, welche die archaische Zeit aufweist, zeigt jede Zeit oder jeder Ort mit„primi- tiveren“ Verhältnissen, und, wenn man von P, L und der gebogenen cauda des Q absieht, unter-


