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trages aus der Stadtkaſſe bei der Landes⸗Regierung beantragte. Dieſe war aber der Anſicht, daß dem offenbar vorliegenden Bedürfnis einer höheren Lehranſtalt„auf einem feſteren und gewiſſeren Wege abzu⸗ helfen ſei, als es durch ein bloßes Privatunternehmen geſchehen“ könne, und lenkte die Aufmerkſamkeit auf die Errichtung einer Realſchule mit der Modifikation, daß auch die Gelegenheit zur Vorbildung für ein Gymnaſium gegeben werde. Die über dieſe Angelegenheit aber von dem Schulinſpektor mit dem Schulvorſtande gepflogenen Verhandlungen hatten nur das Ergebnis, daß man zwar ſowohl das Bedürfnis als die Nützlichkeit einer ſolchen Anſtalt anerkannte, die Aufbringung der auf 800 fl. veranſchlagten Koſten jedoch der Stadtkaſſe nicht zumuten zu dürfen glaubte. Unter den obwaltenden Umſtänden verfügte die Landes⸗ Regierung am 27. Januar 1838, daß die Errichtung einer Realſchule in Höchſt a. M. vorerſt noch beruhen müſſe. Aber ſchon im Juli desſelben Jahres brachte die Regierung die Errichtung einer Realſchule aufs neue in Anregung, wobei gewiſſe, dem lokalen Bedürfniſſe ent⸗ ſprechende Modifikationen des Edikts von 1817 zuläſſig ſein ſollten. Aber auch jetzt erkannte zwar der Schulvorſtand die Nützlichkeit und Zweckmäßigkeit, ſowie das Bedürfnis einer Realſchule an mit der Modi⸗ fikation, daß wenigſtens der Unterricht in der franzöſiſchen Sprache hinzugefügt werde. Der Stadtvorſtand aber erklärte, zu einem Zuſchuß von wenigſtens 800 fl. ſei die Einnahme der Stadt viel zu ſchwach, und eine Steuererhebung ſei die unausbleibliche Folge; und da ſich nur ſehr wenige Schüler finden würden, ſo würden Hunderte der hieſigen Bewohner Beiträge für eine Anſtalt geben müſſen, wovon ſie keinen Nutzen ziehen könnten; wer von den hieſigen Bürgern ſeine Kinder mehr wolle lernen laſſen, als in den Elementarſchulen geleiſtet werden könne, möge auch die Mittel dazu ſelbſt aufbringen. Dieſe recht engherzige Auffaſſung teilte übrigens der damalige Stadtſchultheiß Rüffer nicht, der ſowohl im Schulvorſtand für die Errichtung einer Realſchule eintrat, als auch die Gewährung eines Zuſchuſſes, ſofern er 800 fl. nicht überſteige, für ausführbar erklärte; er konnte aber mit ſeiner Anſicht im Stadtvorſtand offenbar nicht durchdringen. Denn auch als im Januar 1840 die Regierung in dringender Weiſe auf ihren Plan einer Realſchule zurückkam und die Bereitſtellung wenigſtens eines Lehrzimmers verlangte, ſtellte der Stadtvorſtand den Antrag, die Errichtung einer Realſchule noch einige Jahre auszuſetzen. Wenn nun auch die Regierung hierdurch genötigt war, ihren Plan der Errichtung einer vollſtändigen und ſelbſtändigen Realſchule abermals einſtweilen hinauszuſchieben, ſo war ſie doch von dem Bedürfnis einer ſolchen Anſtalt ſo ſehr überzeugt, daß ſie den Schulvorſtand beauftragte„umſichtig“ zu erwägen, ob nicht wenigſtens der Privatanſtalt des Kandidaten Eichhoff eine ſolche Einrichtung ge⸗


