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oben erwähnten Beſtimmungen über Aufnahme und Entlaſſung der Realſchüler auf die Frequenz der Schulen nachteilig einwirkten, weil„in Gemäßheit derſelben die Schüler erſt mit dem 15. und 16. Lebensjahre entlaſſen werden und es für viele Eltern wünſchenswert iſt, daß die Entlaſſung ſchon mit dem 14. Jahre geſchieht“. Es wurde daher„zu mehrerer Verbreitung der Realkenntniſſe“ bis auf weiteres geſtattet, daß die Fähigeren der Elementarſchüler auch ſchon in ihrem 12. Lebens⸗ jahr in die Realſchulen aufgenommen würden und daß die ſpäter als im 12. Jahre aufgenommenen Schüler auch vor Beendigung des vor⸗ geſchriebenen Kurſus die Realſchulen verlaſſen dürften, ſobald ſie nur das für die Entlaſſung aus der Elementarſchule beſtimmte 14. Lebens⸗ jahr zurückgelegt hätten. Mehr als 40 bis höchſtens 50 Schüler ſollten jedoch nie in die Realſchulen aufgenommen werden. Man verſprach ſich von dieſen den Wünſchen vieler Eltern entſprechenden Beſtimmungen, daß auch die Realſchule in Höchſt die gewünſchte Frequenz haben werde. Dieſe Erwartung iſt nicht in Erfüllung gegangen; im Gegenteil ging die Schülerzahl immer mehr zurück, ſo daß ſie am Anfang des.Winter⸗ halbjahres 1821/22 nur 13, im März 1822 ſogar nur 7 betrug und im April dieſes Jahres auf Null reduziert wurde. Die Urſache dieſes Rückgangs lag aber nicht in den Beſtimmungen, ſondern in der Perſon des Reallehrers Ehrhardt, der nach dem im Frühjahr 1821 erfolgten Tode des Reallehrers Müller von Oberurſel an die Realſchule in Höchſt verſetzt worden war; gegen ſeine Amtsführung wurden von ſeiten des Schulvorſtandes ſo viele Klagen erhoben, daß er durch Verfügung der Landes⸗Regierung vom 13. April 1822 wegen„Irregularitäten in dem Unterricht der ihm anvertrauten Jugend ab officio et salario ſuspen⸗ diert“ wurde. Da die Schule keine Schüler mehr hatte, wurde ſie interimiſtiſch aufgelöſt und die Reallehrerſtelle nicht wieder beſetzt.
So endete nach nur vierjährigem Beſtehen die erſte Realſchule in Höchſt. Die meiſten der wenigen Schüler, die im März 1822 noch vorhanden geweſen waren, waren in die Privatanſtalt des damaligen Kandidaten Kreizner übergetreten, die aber auch keinen langen Be⸗ ſtand gehabt zu haben ſcheint. An ihre Stelle trat im Herbſt 1833 eine neue Privatanſtalt unter Leitung von Chriſtian Eichhoff, die in⸗ folge Aufforderung einiger höheren Beamten und vermögenden Bürger ins Leben gerufen wurde und in gewiſſem Sinne die öffentliche Real⸗ ſchule erſetzen mußte. Es wirkten daran neben Eichhoff die Kapläne der beiden Konfeſſionen und 2—3 Elementarlehrer aus Höchſt und den benachbarten Orten.
Auch die Eichhoffſche Privatanſtalt ſcheint nur eine geringe Fre⸗ quenz gehabt zu haben und war bald in ihrem Beſtande gefährdet, ſo daß der Schulinſpektor am 30. Mai 1837 die Bewilligung eines Bei⸗


