Aufsatz 
Eine Rede über Trennung und Zusammenhang der Schulen : nebst Anmerkungen
Entstehung
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Mal die Naturgeschichte fehlt, bemerke ich, dass dieselbe desswegen ausgefallen ist, weil es besser schien, statt neben der Geographie die Naturgeschichte mit einer Stunde wöchentlich zu betreiben, vielmehr, wie es in dem im Jahr 1838 von Kurfürstlichem Ministerium des Innern genehmigten Lehrplan für das hiesige Gymnasium gestattet ist, der Geographie die dem andern Fach bestimmten Stunden zuzuweisen und in einem späteren Halbjahr die Naturgeschichte mit stärkerer Stundenzahl eintreten zu lassen. Diesem Bericht über die Schicksale des Gymnasiums in dem verflossenen Schul- jahre halte ich für nöthig noch ein Wort über den Zustand des Gymnasiums im Ganzen hinzuzufügen. Denn, wenn ich gleich diesen Zustand an dieser Stelle nicht nach allen Seiten beschreiben kann, glaube ich doch über einige Puncte mich öffentlich aussprechen zu müssen, damit die, welche an dem Gymnasium Theil nehmen, darüber Auskunft er- halten und nicht durch die Wahrheit entstellende Berichte, wie sie jetzt häufig vorkom- men, getäuscht werden. Unseren Schälern, namentlich denen der oberen Classen, bin ich das Zeugniss schuldig, dass, wenn gleich die grossartigen Bewegungen der Zeit ih- ren Einfluss auch auf sie äusserten und eine Zeitlang auf die Studien zumal in Prima eine hemmende Wirkung zu haben schienen, doch bald die ruhige und besonnene Thätig- keit zurückkehrte und der Wetteifer in der Schule keineswegs auf die Dauer nachliess, dass sie ferner, wenn auch manches jugendliche Gemüth von Freiheitsgedanken schwärmte, im Allgemeinen die Grenzen der Mässigung nicht aus den Augen verloren und ihrer Pflichten als Schüler eingedenk waren. Damit soll freilich nicht gesagt sein, dass nicht gar mancher Tadel und manche scharfe Rüge nöthig gewesen wäre und dass nicht die Schlaffheit Mancher für das, was die Hauptsache ist, ernstliches Entgegentreten gefor- dert hätte. Aber wir haben noch keine Ursache, in einer Zeit, wo über Dünkelhaftigkeit und Anmassung der Jugend mehr als sonst, wohl auch mit Recht, Klage geführt wird, das Vertrauen zum gutem Willen unserer Schüler aufzugeben. Vielmehr hoffen wir, dass die gute Sitte und Ordnung, dass die Treue, das schöne Erbtheil unserer deutschen und auch insbe- sondere unserer hessischen Vorfahren, nicht aufhören werde, eine Zierde der Jugend zu sein, die unserm Gymnasium anvertraut wird und die zu einem hohen Beruf geschick gemacht und zu dem muthigen Kampfe gegen das Schlechte und Niedrige gestählt wer- den soll. In der Disciplin werden wir die Grundsätze festhalten, die uns bisher geleitet haben. Nur das ist von den früheren gesetzlichen Bestimmungen mit Genehmigung Kurfürstlichen Ministeriums des Innern seit dem Mai v. J. den Schülern der zwei obe- ren Classen nachgelassen worden, dass ihnen mit dem Vorbehalt der Zurücknahme im