Aufsatz 
Eine Rede über Trennung und Zusammenhang der Schulen : nebst Anmerkungen
Entstehung
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arbeiten, als sei durch die dem Volk eröffnete Theilnahme an öffentlichen Angelegen- heiten die wissenschaftliche Ausbildung für jenen Beruf mehr entbehrlich geworden und als genüge es, vom Volk erwählten Leuten die Besorgung der wichtigsten Volksinte- ressen zu übertragen.

Anmerkung 12. Es ist ohne zweilel seit dem Jahr 1832 in Kurhessen unter der Regierung Sr. Königlichen Hoheit des Kurfürsten durch Mitwirkung der Landstände in der planmässigen Förderung des öffentlichen Unterrichts ein schöner Anfang gemacht worden. Es sind mehrere neue Lehranstalten gegründet, ältere dagegen neu gestaltet worden. Den Volks- und Realschulen sind aus der Staatskasse Unterstützungen bewil- ligt worden und es ist zur Anregung und Ermunterung der Lehrer an diesen Anstalten weit mehr als in früheren Zeiten geschehen. Die sechs Gymnasien insbesondere, lauter reine von Localbehörden unabhängige Staatsanstalten, welche alle unter dem Ministe- rium des Innern unmittelbar stehen, haben in Vergleich zu den älteren Zuständen eine bedeutende Erweiterung und völlig neue Organisation erhalten und sind mit den nöthi- gen Mitteln weit besser als sonst ausgestattet worden. Insbesondere ist das ein für den Gymnasiallehrerberuf wichtiger Fortschritt, dass der Grund zu einem selbstständi- gen Gymnasiallehrerstand gelegt worden ist. Denn, indem für den Gymnasiallehrer- Beruf bestimmte Forderungen aufgestellt sind, welche Jeder, der in denselben eintritt, erfüllen muss, und indem zugleich für eine allmähliche Verbesserung des Einkommens der in dem Beruf verbleibenden Lehrer Vorsorge getroffen ist, ist es möglich gemacht, dass die Lehrer ihrem Berufe ganz angehören und gerade die besseren Lehrer nicht, wie in früherer Zeit, denselben bloss als eine Brücke zum geistlichen Stand betrachten. Indessen ist nicht zu verkennen, dass für angemessene Stellung der Gymnasial-Lehrer noch unzureichend gesorgt ist, und dass auf dem gelegten Grunde weiter fort zu bauen ist, wie die Zeit es fordert, wenn nicht statt des Fortschritts ein Rückgang erfolgen soll. Vor allen Dingen aber fehlt es noch an einer wohl geordneten oberen Leitung der Gym- nasien sowie der übrigen Schulen. Eine technische nicht bloss mit der Begutachtung, sondern mit der Leitung der Schulangelegenheiten beauftragte, aber dem Ministerium des Innern untergeordnete Centralbehörde ist durchaus nothwendig, in welcher das Gymnasialwesen durch einen vermöge seiner wissenschaftlichen Bildung und practischen Erfahrung des Fachs kundigen Mann vertreten wird. Schon im Jahr 1832 habe ich diess Bedürfniss in einem damals erschienenen Buche: Ansichten über die Bestimmung und Einrichtung der Gymnasien S. 263 mit folgenden Worten ausgesprochen:Soll