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Anwendung leiden und nicht ohne Einfluss bleiben, um diesen Schulen überhaupt in den Augen der Schüler und des Publikums mehr Ansehn zu verschaffen.
Anmerkung 10. Wenn auch die Gymnasien die Bestimmung haben, ähre Schüler in die ideale Welt des classischen Alterthums einzuführen, so dürfen sie doch nie vergessen, dass ihre Schüler dereinst in der gegenwärtigen Welt wirken sollen. Sie werden desswegen nicht nur vaterländische Gesinnung besonders durch die Ge- schichte des Vaterlands zu erwecken bemüht sein, sondern auch der deutschen Literatur noch grössere Aufmerksamkeit als bisher widmen und zum richtigen Verständniss clas- sischer deutscher Werke in umfassenderer Weise, als es bis jetzt geschehen ist, Anlei- tung geben. Ferner werden Uebungen im mündlichen Gedankenausdruck durch freie nach kurzer Vorbereitung zu haltende Vorträge noch häufiger anzustellen sein. Um diess möglich zu machen und dem Unterricht im Deutschen mehr Zeit widmen zu können, werden die Uebungen in der Verfertigung lateinischer Verse wegfallen, auch die Uebun- gen im Schreiben und Sprechen des Lateinischen beschränkt werden müssen. Aber diese Uebungen aufzugeben, würde für das Eindringen in die alten Classiker nachthei- lig sein, weil gerade die Reproduction des Gelesenen in der Sprache und in dem Geist der Alten einheimisch macht und die Aufmerksamkeit auf ihre Art, sich auszudrücken, spannt, auch abgesehen davon, dass in der academischen Laufbahn noch immer der Gebrauch der lateinischen Sprache in Anwendung kommt und die Schulen den Univer- sitäten, so lange auf diesen bei den Prüfungen die lateinische Sprache gebraucht wird, vorarbeiten müssen.
Anmerkung 11. Es ist von hoher Wichtigkeit, die hohe Bestimmung der Diener oder Beamten des Staats und der Kirche in der Schule nachdrücklich hervorzu- heben, damit die, welche sich dieser Bestimmung gewidmet haben oder noch widmen wollen, die treue Pflege der höheren und allgemeineren Interessen des Volks als ihren dereinstigen Beruf erkennen, und, wenn sie nicht eine gewisse Wärme, eine edle Be- geisterung für diese Interessen und für die Volkswohlfahrt in sich fühlen, jenen Beruf lieber aufgeben als um eigennütziger Rücksichten willen festhalten. Zugleich wird es aber den Lehrern auf den Gymnasien insbesondere obliegen, die Geister zu prüfen und durch strenge Beurtheilung sowie überhaupt durch die ihnen zu Gebot stehenden Mittel auf zweckmässige Wahl des Berufs einzuwirken. Denn es kommt viel darauf an, dass die Staats- und Kirchen-Beamten durch ihre Tüchtigkeit und durch die Achtung, die sie dem Volke eipflössen, selbst dem jetzt mehr als sonst einreissenden Wahn entgegen


