Aufsatz 
Eine Rede über Trennung und Zusammenhang der Schulen : nebst Anmerkungen
Entstehung
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getrennt werden kann, nicht als ein blosses Erzeugniss menschlichen Nachdenkens und menschlicher Forschung, sondern als eine durch den Geist Gottes in der erhabenen Person Jesu Christi und von ihm aus in seinen Schülern verwirklichte Thatsache sich augenscheinlich darstellt, damit der Mensch im Gefühl seiner Hülfsbedürftigkeit durch Jesu Lehre und Werk auf die Stufe sich emporhebe, auf der er seiner Bestimmung ge- mäss das Göttliche mit seinem Geist, Gemüth und Willen zu erfassen vermag. Durch die Hinweisung auf das bürgerliche Leben sollte angedeutet werden, dass man bei der Menschen-Bildung den Menschen keineswegs als ein abstractes, nur der ganzen Welt angehörendes, sondern als ein auf das bürgerliche Leben durch seine Natur hingewie- senes Einzelwesen(60 xodετιαν) aufzufassen hat, das nur in der Verbindung mit einem bestimmten Staat und Volk seine Bestimmung erreichen kann und dass desswe- gen die Grundlage der politischen und nationalen Bildung in der rechten Bildung zur Humanität mit eingeschlossen ist. In welcher Weise nun die Schule religiöses Leben, ächten Bürgersinn und die damit eng verbundene Nationalität zu befördern hat, das zu erör- tern, würde hier zu weit führen. Uebrigens sind diese Puncte nicht unter die Mittel, sondern die Zwecke der Schule gestellt worden, weil eben das bemerklich gemacht werden sollte, dass jede Schule sie zu befördern sich vorsetzen muss, wenn auch die Mittel, die sie dazu anwendet, mannichfaltig und ganz und gar nicht auf gewisse Theile des Unterrichts beschränkt sind.

Anmerkung S. Es ist mit Dank anzuerkennen, dass in den kurhessischen Gymnasien schon viel eher als in Preussen die Turnübungen nach dem Verbot von 1819 durch Unterstützung der Staatsregierung wieder eingeführt worden sind. Aber es muss als ein wesentlicher Mangel bezeichnet werden, dass in anderen Schulen, z. B. in den meisten Realschulen diese Uebungen noch fehlen und auch in den Anstalten, wo sie eingeführt sind, bleibt noch Manches zu wünschen übrig, was zu ihrer Belebung geschehen könnte.

Anmerkung 9. Ünter den Mitteln, die alle Schulen zur Erreichung ihres Ziels anwenden sollten, hätten noch manche specielle Einrichtungen angeführt werden können, z. B. Versammlungen der Lehrer und Schüler zur gemeinschaftlichen Erbauung, die in keiner grösseren, wohlgeordneten Schule fehlen sollten. Ferner würde es zweck- mässig sein, bei jeder Schule ein bestimmtes Ziel festzusetzen, dessen Erreichung von allen Schülern verlangt und erwartet wird; so dass über jeden Schüler bei seinem Ab- gang ausdräcklich erklärt würde, ob und wie weit er den Forderungen der Schule

entsprochen habe. Auf die Realschulen und selbst auf die Volksschulen würde diess 4*