Jahre, ohngefähr vom 10— 12 Lebensjahre, in einer und derselben Anstalt mit den huma- nistischen Schülern vereinigt werden, und zwar so, dass in einer solchen Anstalt das Lateinische in stark überwiegender Stundenzahl getrieben wird und zu diesem in der zwei- ten Stufe das Französische mit 4— 6 Stunden hinzukommt. Dieser für beide Arten von Schülernrgemeinsame! Cursus wird der Sexta und Quinta eines Gymnasiums entsprechen und für alle Schüler, die mit genügenden Vorkenntnissen d. h. mit derjenigen Vorbildung, wie sie eine gute Elementarschule binnen drei Jahren geben kann, eintreten— wo- rauf bei der Aufnahme streng zu halten wäre— und die einen regelmässigen Fleiss beweisen, binnen zwei Jahren vollendet werden können. Naturgeschichte, Geographie, Rechnen, geometrische Formenlehre und deutsche Sprache würden neben der Religion als Unterrichtsgegenstände nicht fehlen dürfen, aber die Hauptkraft der Schüler müsste in der Sprachbildung, also in der Erlernung der lateinischen Sprache ihren Mittelpunct finden und diesem Ziel alles Andere nachstehen. Ist aber diese untere Stufe durchge- macht, dann muss Trennung beider Theile eintreten, wenn nicht die Zwecke der rea- listischen Bildung ebensowohl als der humanistischen verkümmert werden sollen. Jene nämlich bedarf nothwendig noch einer doppelten Stufe, die etwa drei Jahre wegnimmt und, wenn der Anfang derselben länger hinausgeschoben würde, von allzu vielen Schä- lern nicht vollendet werden könnte. Man fasse nur ins Auge, wie unmöglich es sein wird, diejenigen Fächer, welche die realistische Bildung fordert, Naturgeschichte, Physik, Chemie, Technologie, die reine Elementar-Mathematik, die Uebung im freien Hand-Zeich- nen sowohl als im technischen Zeichnen, im Rechnen nebst Buchhalten, neben welchen Fächern Geographie, Geschichte, deutsche und französiche Sprache, endlich Religion unerlässlich sind, wenn auch nur elementarisch, doch so zu lehren, dass diese Fächer zu einem gewissen Abschluss gebracht werden und dass ein grosser Theil der Schüler sogleich von der Schule aus ins practische Leben eintreten kann. Ebenso sehr wird aber jene zeitige Trennung, wie gesagt, durch die Rücksicht auf den humanistischen Unterricht gefordert. Denn die unteren Stufen des Gymnasial-Cursus müssen nach den oberen berechnet werden, weil jene zu diesen vorbereiten. Es würde z. B. nicht heilsam sein, wenn das Griechische weiter hinauf verlegt und erst in Tertia begonnen werden sollte. Denn schon die Erfahrung lehrt, dass die Formen und die Wörter einer fremden Sprache der Regel nach im jüngern Knabenalter weit leichter als in einem späteren erlernt werden. Anderen Theils dürfte auch der Umfang der griechischen Sprache und Literatur, wenn die Erlernung stufenweise geschehen soll, für den grösseren Theil
Aufsatz
Eine Rede über Trennung und Zusammenhang der Schulen : nebst Anmerkungen
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