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S. 164.) Aber es dauerte lange, bis diese Art von Schulen eine weitere Verbreitung erlangte- In den Hessen-Casselschen Landen entstanden die ersten zu Cassel und zu Hanau in den Zeiten der Fremdherrschaft im Jahre 1812.— Eine sogenannte polytechnische Schule, zu deren Eiaführung in Deutschland die Pariser das Beispiel gab, wurde, um die Bildung, welche in Realschulen erlangt wird, fortzusetzen und abzuschliessen, 1832 zu Cassel er- richtet. Ueber die Zweckmässigkeit ihrer Einrichtung sind die Urtheile noch schwankend.
Anmerk. 5. Der Streit über das Verhältniss der Realschulen und Gymnasien ist noch immer nicht völlig entschieden. Drei Ansichten stehen sich einander gegenüber. Entweder man erklärt sich gegen Trennung und glaubt, dass die Zwecke beider An- stalten in einer gemeinsamen Anstalt erreicht werden können; oder man verbindet beide nur in der Art mit einander, dass man nach der gemeinsamen Vollendung der unteren Unterrichtsstufen diejenigen Schüler des Gymnasiums, welche den Cursus desselben nicht bis zu Ende verfolgen, sondern den sogenannten realistischen Bildungsweg ein- schlagen wollen, auf der mittleren Unterrichtsstufe von den übrigen Schülern getrennt und ihnen entweder durchaus oder theilweise abgesonderten Unterricht ertheilt wissen will; oder man dringt auf völlige Trennung beider Arten von Anstalten. Die Verthei- diger der ersten Ansicht berufen sich darauf 1) dass die Schule noch nicht auf den künftigen Beruf der Schüler Rücksicht nehmen dürfe, vielmehr die besste Bildung ihnen verleihen müsse, die ihnen überhaupt gegeben werden könne. Da nun das Studium der Sprachen, namentlich der classischen Sprachen und ihrer Literatur, als das gründlichste und doch zugleich vielseitigste Mittel, um alle Kräfte des menschlichen Geistes zu ent- wickeln und auszubilden, sich durch lange Erfahrung bewährt hat, so verlangen sie auch, dass alle Schüler, die über den Bereich der allgemeinen Volksschule hinausge- führt werden sollen, auf diesem Wege, welcher den Unterricht in Mathematik, Naturkunde, Geographie und Geschichte nicht ausschliesst und für die sichere und gewandte Hand- habung der Muttersprache den sichersten Grund legt, zu ihrer Bestimmung herangebildet werden. Sie berufen sich 2) darauf, dass, wenn eine nationale Bildung in den höheren Unterrichtsanstalten vorherrschen soll, man auch keinem Theil des Volks, der überhaupt auf eine höhere Bildung Anspruch mache, diese entziehen dürfe. Aber so ansprechend auch diese Ansichten sind, die F orderungen des Realismus lassen sich nicht abweisen und auch die Schule muss auf diese F orderungen Rücksicht nehmen, darf sie aber nur soweit in Anwendung bringen, als sie dem Ziel ächt menschlicher Bildung, das jede
Schule verfolgen muss, nicht entgegenstehen. Die Vertheidiger des sogenannten 3*


