Aufsatz 
Eine Rede über Trennung und Zusammenhang der Schulen : nebst Anmerkungen
Entstehung
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seinen Einkünften ansehnliche jährliche Zuschüsse, an deren Stelle von Kurfürst Wil- helm I. im Jahr 1816 eine jährliche Unterstützung von 1500 Thalern verwilligt wurde, bis seit 1833 bei der Reorganisation aller Gymnasien unter dem Ministerium Hassen- pflugs durch die Verwilligungen der Landstände die ganze Anstalt erweitert und ver- mittelst ansehulicher jährlicher Beiträge aus der Staatskasse der äussere und innere Zustand wesentlich verbessert werden konnte.

Ja man gieng im Jahr 1836 mit dem Plane um, die alte dem Hersfelder Gymnasium vor allen andern inländischen Gymnasien eigenthümliche Stiftung, wonach 20 junge Leute in dem Gymnasial-Gebäude Wohnung und Speisung erhalten sollten, nachdem das allmählich auf Wenige beschränkte und dem ursprünglichen Zweck gar nicht ent- sprechende gemeinschaftliche Wohnen im Gymnasium seit dem Jahr 1825 ganz aufge- hört hatte und die Speisung ausser dem Bereich des Gymnasiums in der Privatwohnung des Oeconomen eingerichtet worden war, in erweitertem Umfange so wieder herzustel- len, dass 60 bis 80 Schüler in dem durch Erhöhung des Hauptgebäudes und durch Ein- ziehung der darin befindlichen Lehrerwohnungen zu gewinnenden Raume zu einem ge- meinschaftlichen Leben(Convictorium) unter steter Aufsicht vereinigt würden. Indessen wurde dieser Plan unter dem Ministerium des Freiherrn v. Hanstein wegen der Schwie- rigkeit, ein solches Institut in gegenwärtiger Zeit da, wo es durch fortwährende Ueber- lieferung nicht, wie in Sachsen, geheiligt war, neu einzuführen, im Jahr 1838 wieder aufgegeben, zugleich aber für das Gymnasium ein in dem Bereich seiner Ringmauern gelegenes Gebäude durch Kauf erworben, in welchem, sobald es zu seiner neuen Bestimmung eingerichtet war, seit 1840 30 Schüler Mittags und 10 von diesen auch Abends auf Kosten des Gymnasiums gespeist werden.

So giebt diese eine Anstalt ein in die Augen fallendes Beispiel, dass das 16. Jahr- hundert, in dem die Liebe zur classischen Literatur mit christlich-frommem Geist sich vereinigte, auch für Schulen schöpferisch wirkte, dass aber, als der gute Geist des Reformations-Zeitalters entwichen war, in den folgenden Jahrhunderten das in jenen Geschaffene kaum und in unvollkommener Weise erhalten, geschweige denn auf der betretenen Bahn weiter fortgeschritten und daher der neueren und neuesten Zeit sehr viel zu thun übrig gelassen wurde.

Wie es in unserem Lande ging, so ging es in Deutschland fast überall. Nachdem zuerst eine starre Orthodoxie sowohl das freie wissenschaftliche Streben der Gelehrten als den frischen Volksgeist in Fesseln gelegt hatte, übte das Ausland, in dem und