Aufsatz 
Eine Rede über Trennung und Zusammenhang der Schulen : nebst Anmerkungen
Entstehung
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grossen Zwecke ihres Berufs unermüdet nachstreben! Möge sich der Jugend-Unterricht der regen Theilnahme von Seiten der Bürger des Staats immer mehr erfreuen!

Möget Ihr, geliebte Schüler, dankbar erkennen, was Fürst und Vaterland für Euch gethan haben! Verwirklicht die Hoffnungen, die man auf Euch setzt und thut mit Got- tes des Allmächtigen Beistand das Eurige, dass der Staat in Euch dereinst gute und treue Bürger, dass er in Euch Diener erhalte, die mit gediegenen Kenntnissen und edlen Gesinnungen ausgerüstet, durch den guten Geist, der sie beseelt, gewissenhaft ihren Beruf erfüllen! Zeigt schon jetzt durch Euer ganzes Benehmen, dass der Staat sich Gutes von Euch versehen darf. Thut Ehre Jedermann. Habt die Brüder lieb. Fürch- tet Gott. Ehrt Euren Fürsten. Lange und glücklich regiere Friedrich Wilhelm unser K. M.!

Anmerk. 1. Auch der auf die Veranlassung der Feier sich beziehende Eingang der Rede ist hier mit aufgenommen, weil er Zeugniss giebt, wie man in dem Gymnasium zu aller Zeit die dem Landesfürsten gebührende Ehrfurcht mit der Idee des Vaterlands und des gesetzmässigen Staats im Geist der Verfassungs-Urkunde verknüpft hat. Und an die- sem Grundsatz wird man, das hoffen wir, auch ferner in den vaterländischen Schulen festhalten. Ich will hier nicht erörtern, dass eine erbliche, aber gesetzmässige Monar- chie das sicherste Palladium einer gesetzlichen Freiheit ist. Nur das will ich anführen, dass, wenn Liebe zum Vaterland vor allen Dingen den Seelen der Jugend eingepflanzt werden muss, man nothwendiger Weise auch in die Geschichte des speciellen Vaterlan- des neben der deutschen Geschichte die Jugend einzuführen hat und dass diese Ge- schichte unseres Staats innig verwachsen ist mit dem Herrscherhaus, das seit sechs Jahrhunderten über Hessen regiert, unter dessen Leitung das hessische Volk an den wichtigsten Ereignissen der Zeit thätigen Antheil genommen und Vieles erstrebt hat, dessen Früchte und Segnungen wir jetzt noch geniessen. Ferne sei es aber uns, im Rausch der Gegenwart mit der Vergangenheit völlig zu brechen, anstatt auf den gege- benen Grundlagen mit Bebonnenheit fortzuschreiten! Zu freier Entwickelung des Volks- lebens sind Bahnen genug eröffnet. Weiss der Kern des Volkes die Freiheit recht zu gebrauchen, was nur dann möglich ist, wenn der freie Geist auch ein sittlicher Geist ist und die Menschen ebensowohl ihrer Pflichten als ihrer Rechte eingedenk sind so