Aufsatz 
Vom Werden, Wirken und Wesen der Musterschule. Festgabe zum einhundertfünfundzwanzigjährigen Jubiläum 1803-1928 / hrsg. von Peter Müller
Entstehung
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Als Ertrag der Wanderung dart gebucht werden, daß die Schüler ein Sfück urfüm- lichen deutschen Volkstums im Zusammen- hang mit der Landschaft und in seinen kulturellen Bildungskräſten kennen gelernt

haben, wobei die empfangenen Anregungen 9 durch zeichnerisches Nachbilden vertieft 1 4. 3* wurden.. 3 4 1 6 Die Lehrer haften den Eindruck, daß die 2 9. 9* 4 42 Schüler für das, was sie sahen und erleben n AA g 41 d 1 K durſten, aufrichtig dankbar waren. i 41 4 Der Zusammenhalt und kameradschaftliche H&n. 45 4 1 Geist liehen nichts zu wünschen übrig. Ernst Zickel. Oberes Donaufal(Gedächtniszeichnung).

6. DREI WOCHENIN ENGLAND.

Nach den günstigen Erfahrungen, die ich vor 1914 mit wiederholten Schülerfahrten nach England und Schotftland gemacht hatte, war es mein Wunsch, diese Reisen, sobald es die Verhältnisse nach dem Krieg erlaubfen, wieder aufzunehmen. Bei einem persönlichen Besuch im Sommer ge- lang es, die vielfach abgerissenen Verbindungen wieder soweit herzustellen, daß an die Reise

gedacht werden konnte.

Ganz abgesehen von dem sprachlichen Gewinn, den reife Schüler der Oberprima auch von einem verhältnismähig kurzen Aufenthalt im fremden Lande haben, gibt ein solcher Besuch im Auslande ihnen einen gewaltigen Antrieb für ihre ſremdsprachliche Fortbildung, ist von grohßem Werte für ihre geistige Einstellung und intellektuelle Aufgeschlossenheit und macht sie auch politisch freier und vorurteilsloser, unbeſangener und gerechter. Heutzufage, wo die besten Köpfe aller Nationen angestrengt daran arbeiten, wie ein Zusammenwirken der Völker, ein gegenseitiges Verstehen zu erreichen sei, sollten gerade auch unsere jungen Primaner und Studenten, auf deren Einstellung es später ankommt, in die Lage versetzt werden, ihre UÜberlegungen und Urteile auf möglichst

breite Kenninis der Verhältnisse des Auslandes aufbauen zu können.

Es war nicht leicht, die Schüler unterzubringen. Eine Zusammenarbeit mit gröheren Schulen, wie sie vor dem Krieg zu gegenseitigem Nutzen bestanden hat, war aus den verschiedensten Gründen nicht möglich. Der Haupfgrund war wohl der, daß das Deufsche als Unterrichtslach noch nicht die Stellung wieder einnimmt, die es vor dem Krieg besessen, und dahß daher weniger Schüler für einen Austausch zur Verfügung stehen; der zweite der, daß schon viele englische Schulen einen solchen Austausch mit Frankreich in die Wege geleitet hatten; andere Schulen von den etwa zwanzig, an die sich der Leiter gewandt hafte, waren schon mit deutschen Schulen in Berlin,

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