Aus der anſangs heterogenen Masse der aus Schülern der verschiedenen Oberklassen zusammen- gewürfelten Gruppe hatte sich in wenigen Tagen eine echte Wandergemeinschaft gebildet, in der jeder im Sinne der Gesamtheit handelte. Die Schüler ſolgten bereitwillig und freudig den An- ordnungen und Wünschen ihrer Führer und betrugen sich frisch und jugendlich-harmlos, ohne daß es zu irgendweſchen Mihstimmungen und Unfrieden kam. Die Erweckung des kameradschaeftlichen Geistes war mit ein Verdienst des Oberprimaners Block, der als Oberpräfekt durch die von ihm recht schnell aufgestellte Sängergruppe uns und unsere Gastgeber durch manches echte deutsche Lied erfreute.— Für uns alle sind diese 12 Tage gemeinsamen und oft fieſen Erlebens eine bleibende Bereicherung und Erinnerung. Dankerfüllen Herzens frennten wir uns zum Schluß
recht ungern voneinander.
Wilhelm Müller.
5. KUNSTGESCHICHITLICHIE STUDIENFAHRTNACH SCHWABEN.
An der kunstgeschichtlichen Studienfahrt nach Schwaben, die vom 17.— 26. September unter Führung der Studienräte Dr. Zickel und Schöfer stattland, beteiligten sich 25 Schüler, die meist Mitglieder der kunstgeschichtlichen Arbeitsgemeinschaft waren oder sich zeichnerisch betätigen wollten. Die allgemeinen Ziele waren: Stuftgart, Ulm, Blautal, oberes Donautal(Sigmaringen, Kloster Beuron, Donaueschingen), Insel Reichenau, Sfädtekranz um den Bodensee mit Weingarten als Endpunkt. In Stufigart wurde ein Nachmittag der Besichtigung der Werkbundausstellung„Die Wohnung“ gewidmet. Die Vorbereitung war vor allem im Zeichenunterricht durch Belehrungen über die Möglichkeiten künstlerischer Raumgestaltung und entsprechende praktische Übungen er- folgt. Die aktuelle Bedeutung des Dargebofenen verfehlte auf den aufgeschlossenen Sinn der Grohstadtkinder ihre Wirkung nicht und gab Anlah zu lebhaften Diskussionen über modernes Bauen und die verschiedenen Lösungsversuche der Wohnungsfrage, die die Ausstellung in reicher Auswahl zeigte. Es folgte der Besuch der Stadt Ulm, insbesondere des Münsters. Das Orgel- konzert wurde angehört, der Münsterbau als Erzeugnis deutfschempfundener Gotik und als Schöpfung bürgerlichen Unter- nehmungsgeistes und künstlerischen Hoch- sinns verstanden. Auch Altulm wurde durch- streift und im Rathaus und den Bürgerhäusern
Beispiele schwäbisch-bürgerlichen Kultur-
geistes aufgezeigt.
Oberes Donaufal(Gedächtniszeichnung). Die Studienfahrt ging weiterhin durch das
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