womöglich noch etwas erhöht werden. Verpllegung und Unterkunft waren nafürlich einſach; es wurde aber immer auf ein ausreichendes kräftiges Abendessen und nach Möglichkeit auf ein gutfes Bett gesehen.
Der Verlauf einiger Fahrten ist in den abgedruckten Berichten der Führer näher geschildert. Insgesamt darl wohl gesagt werden, dah die Fahrten bis jeizt alle Erwartungen erfüllt haben und dah ihre versuchsweise Einführung wahrscheinlich ganz von selbst zur endgöltigen wird.
Da nun aber erſahrungsgemäß jedes Jahr eine Anzahl Schüler mit der Versehßung nach Ober- sekunda abgeht und somit nicht in den Genuhß der grohen Studienfahrten kommt, werden für die Untersekunden kleinere Fahrten unternommen, die im letzten Winter als dreifägige Sport- ausflüge veranstaltet wurden. Das Standquarfier der UÜllb war das neue, gut eingerichtete Jugendheim in Schlohborn i. I., das Standquartier der UIla das Vater-Bender-Haus auf der Herchenhainer Höhe im Vogelsberg, wo bei günstigen Schneeverhältnissen ein überaus fröhlicher Rodelbetrieb eröffnet wurde. Damit ſerner auch die Kleinsten nicht leer ausgehen und die ganze Schulgemeinde einmal zusammen ist, soll jedes Jahr eine gemeinsame Pestfahrt aller Klassen stattfinden. Im Sommer 1927 ſuhren wir unter Mitnahme einer Musikkapelle mit einem Sonderzug nach Kastel und von da mit einem staftlichen Sonderdampſer zur Loreley.
Endlich darf noch erwähnt werden, daß die Fahrtenkasse bei den behördlich angeordneten monatlichen Wanderfahrten weniger bemittelten Schülern Zuschüsse gewährt, damit die Teilnahme an den Ausflügen von ihnen nicht als eine Belastung empfunden wird.
Für diese vierſachen Zwecke haben wir im vergangenen Jahr Mk. 10 000.— verausgabt, die uns der Landheimverein, ohne seine Mittel zu erschöpfen, aus Zinserträgen zur Verfügung gestellt hat. Dafür sei ihm und besonders seinem Vorstand auch an dieser Stelle der herzlichste Dank der Schule ausgesprochen, außer den schon früher genannten Herren noch besonders den Herren W. Barndt und G. Wilhelmi für ihre umfangreiche Iäfigkeit als Schriftführer und Kassenführer.— Jedem Fremden, der in die Schule kommt, fallen soſort zwei grohße, von einem Schüler mit Liebe und Sorglalt gezeichnete Landkarten auf, die im Flur des ersten Sfockes hängen. Die eine umfaßt halb Europa von Florenz im Süden bis Kopenhagen im Norden, von Königsberg im Osten bis Manchester im Westen; die andere stellt die weitere Umgebung Frankfurts dar. Auf diesen Karten sind unsere Fahrten in die Nähe und Ferne eingetragen.
Wenn die Schüler der unferen Klassen davorstehen und die Festflahrten, die sie schon selber mitmachen durften, eingezeichnet ſinden, wenn sie die Fahrten der Untersekunden und die großen Sfudienfahrten der Oberstufe bestaunen, dann wird ihnen im Bilde unmiffelbar deutlich, was ihrer mit den reifenden Jahren noch wartet. Die Kreise immer weiterziehend wollen wir die Schöler aus dem engeren Bereiche der Heimat hinausführen in der Uberzeugung, daß es kein besseres Bildungsmittel gibt als Reisen. Weithin dehnen sich auf den Karten schon die Linien unserer Fahrten; viel bleibt noch übrig, denn unerschöpflich ist die Fülle der Moöglichkeiten. Nicht gering ist das Maß der Arbeit und Verantwortung, das die sorgſältige Vorbereitung und Durchführung an die Führer stellt; es ist mir ein Bedürfnis, allen Kollegen zu danken, die sich bereitwilligst in den Dienst der großen und schönen ldee gestellt haben:
Der Schule zum Ruhme, der Jugend zum Segen. Peter Muller.
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