Aufsatz 
Vom Werden, Wirken und Wesen der Musterschule. Festgabe zum einhundertfünfundzwanzigjährigen Jubiläum 1803-1928 / hrsg. von Peter Müller
Entstehung
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NEUE WEGE M ZECHEN- UND KUNSTUNTEERRICH.

Es ist das große Verdienst Klitschers, des ersten Direktors der Musterschule, dah er, den anderen Frankfurter Schulen vorauseilend, bereits 1803 Zeichnen als regelrechtes Unterrichtslach einge- führt hat. Die nachfolgende Zeit erschöpfte sich aber an der Musferschule wie anderswo meist in der bloßen Bemühung um die Wiedergabe des Gesehenen, im mechanischen Drill nach Drahikonstruktionen, Gipsmodellen und fofen Vorlagen.

Wieder war es die Musterschule, die in der Mifte des vorigen Jahrhunderts eine Neubelebung des Faches hervorrief. Karl Oppel führte damals die aus Frankreich stammende, nach den Gebrüdern Dupuis benannie Methode ein, die durch ihre Erlolge bei der Ausstellung von Schülerarbeiten Ostern 1849 starke Beachtung und bald Nachahmung an den anderen Schulen fand. Mit Professor Wilhelm Freund, der 1899 als Zeichenlehrer an die Musterschule berufen wurde, begann die eigentliche Blütezeit seines Faches an der Anstalt. Es lag im Wesen des lmpressionismus, daß er sich ganz dem Studium nach und in der Natur widmefe. Freund befreite seine Schöler von der noch immer nicht überwundenen Nachahmung toter Gipsmodelle und führte sie hinaus in Goftes freie Natur, wo er sie die Schönheiten unter Einwirkung von Licht, Luft und Atmosphäre erkennen ließ und sie lehrte, das Gesehene in raschen Skizzen ſestzuhalten. Dadurch wurde er zum erfolgreichen Bahnbrecher und Führer für die neue Epoche des LZeichenunterrichtes, die um 1900 einsetzte. Seine Wirkung beschränkte sich keineswegs auf Frankfurt am Main allein, sie kam zur Geltung bei der grohßen Ausstellung von Schülerarbeiten in der Berliner Akademie 1900, in Düssel- dorf 1902, wo Prof. Freund die ganze Ausstellung arrangierte, bei der Ausstellung Kind und Kunst in Zürich 1903 und bei der Weltausstellung in St. Louis. Seine Unterrichtsleistungen wurden 1907 bei der Ausstellung in Berlin, in der Freund die Ergebnisse einer Rothenburger Studienfahrt

ausstellte, öffenilich geradezu als dieKrone Pbantasiezeichnung einer 10 ½ jährigen. der gesamten Veranstaltung bezeichnet. Durch

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