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zeigt, welche Stellung na der vorausgegangenen tausendjährigen Entwicklung ein Jeder in der menschlichen Gesellschat und im Staate einzunehmen hat, wie er den Anforderungen der- selben gerecht werden muß, um sich nicht selbst von den Vorteilen der Gemeinschaft auszuschlie- ßeii und damit seine eigene Sicherheit zii gesahrdem Sie lehrt uns iveiter,» wie sich das ein- zelne Glied der historisch gewordenen engeren Gemeinschaft, des Staates, diesem gegenük,ek zu verhalten hat, um in seinem eigenen Interesse dem Staat und·deii Mitbürgern nützlich zu sein«
Hierbei möchte ich besonders noch einen Augenblick verweilen. Man hört neuerdings so oft klagen, wie gering das politische Verständnis und Interesse selbst in den bessereii Kreiseii unseres Vaterlaiides sei. Woher kommt dies anders als von eineriuangelhafteii politischen, d. h. historischen Bildung? Manche stehen gleichgültig, wenn nicht seindselig, dem Staatswesen gegenüber aus Unkenntnis, weil sie das Bestehende, die Gegenwart nicht begreifen, weil sie deki notwendigen Entwicklungsgang nicht verstehen. So viel auch in unserem Deutschlaiid politisiert wird, es wird gar viel mit Unverstand politisirt, weil die Vorbildung fehlt, iveildie Fähigkeit fehlt, das Gegenwärtige als historisch geworden zu begreifen« Gediegene historische Bildung vermag diesem Mangel abzuhelfeii.».»,.»
Zn der besprochenen sittlichen Bildung, die durch die Geschichtskeiiiitiiis, bewirkt wird, noch ein Wort! Es ivnrde immer viel Weseiis daraiisvgemachh dasz die Geschichte großartjge Vorbilder in sittlicher Beziehung biete. Jch stelle nicht m Abreds daß sylche· zit finden sind. Aber wie wenige sind es, die als Jdeale ausgestellt werden konneul vWie viele unter denen, die gewohnheitsmäßig so dargestellt werden, sind nicht dabei voll· haßlicher Flecken? Deim wo viel Licht, da ist viel Schatten. Es sind eben nur Menschen- tht denen es die Geschichte zu thun hat, I)tenscheii, die irren, so lange sie strebeii.»·zkleckeiilose sind wohl nur wenige darunter. Doch man braucht ja von deii Schattenseiteu historische-r Persoiieii nicht zu reden, man kann manchmal, ohne der Wahrheit zii nahe zii treten- goii ihren isehlerii schweigeii, demi die Schü- ler sollen ja nicht alle Geschichtsforscher werden. Jedenfalls sind solche Vorbilder· aus der Ge- schichte ein recht wirksames Mittel im Unterrichtv und» der Erziehung, aber ungleich wirksamer ist die durch die Geschichte erwiesene Notwendigkeit des sittlichen Leben s· · ·
Vorstehendes mag genügen, um den realeii Wert der geschichtlichen Bilduiig in groszen Züqeki darzulegen· Jch gehe absichtlich nicht« naher ein»auf die reale Yedeiitiiiig, welche die ge- schichtliche Bildung insofern hat, als durch sie die Entivickluug»einer Menge von Einzelerschei- nungen unseres Kulturlebens erkannt wird, als da sind, Kunste und Wissenschaften, Erfin-
in Si-b u..w.« · · ·,
dm geFriLaTjnMirviT iseailtletiflwassder Geschichtsunterricht sur die formale-· Bildung zii leisten ver- mag, um die Geisteskräfte des Schülers derart auszustatten und zu ubei·i,»daß. er später im Stande ist, sie im Lebeii bei seiner Arbeit im Interesse der vieiiichlicheii Gesellschast zu verivekkeu. Diese Frage beantwortet sich fast voii selbst ans dem«Vorausgesagten. Denn«wer im auge- deuteteu Sinn das historische Werden erkannt·hat, nicht nur in sofern als er einzelne Epochen des Werdeiis kennt, sondern auch die Folgerlchtlgkelt Und Den notwenkjlgen Zusammenhang dieser Unter dem Einfluß natürlicher und psychologischer Einwirkungen entstandenen Entwicklung in sich aufgenommen hat, der hat vor allen Dingen eine Verstandesarbeit verri tet und da- durch für die Bildung des Verstand es eiiicii hoheii Gewinn erlangt. · Andere Fa» er wirken in dieser Richtung vielleicht intensiver als der Geschichtsnuterrichtz aber kein Fach in dieser Eigenart; denn es ist beispielsweise ein großer Unterschied zwischen hlstnrlschem Denktkn Und mathematischem Denken. Weiter wird aber auch durch die Beschäftigung mit der Geschichte, welche verlangt, daß der Lernende sich Vorstellungen mache von dem Gescheheiieii, daß er sich bald da bald dort die mannigfaltigsten Erscheinungen vergegeiuvärtige, dive Phantasieuicht nur genährt son- derii auch gebildet, uiid schließlich wird durch die«·8)idti·gung,«ein» gewisses Maß Von positiven Kenntnissen in der Erinnerung festzuhalten, das(5)»e»spdachtnis· in eminentem Sinne geübt,
Es ergiebt sich hieraus sofort, wie der historische Unterricht beschaffeii sein muß, uns ein solches Ziel zu erreichen, um dem Schüler das Masz von realer und formaler Bildung einzu-
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