5 42 An Stelle des mit dem 1. Juli in den Ruhestand versetzten Oberlehrers Hirsch- feld wurde der wissenschaftliche Hilfslehrer Eitel zum Oberlehrer an der hiesigen An- stalt ernannt.
Am 8. Juli unterzog der Departementsrat des Königlichen Provinzial-Schulkolle- giums Herr Geheimerat Dr. Lahmeyer das mit der Anstalt verbundene pädagogische Seminar der vorschriftsmässigen Revision. Nachdem der Herr Gehbeimerat am Morgen den Unterrichtsversuchen der Kandidaten beigewohnt, hielt er am Nachmittage eine Kon- ferenz der Seminarlehrer und im Anschluss daran eine Sitzung des pädagogischen Seminars ab, in welcher der Kandidat Bierschenck über die Bedeutung Herbarts referierte. Nach Beendigung des Referats fand sodann eine Besprechung der Probelektionen statt, bei wel- cher der Herr Geheimerat die in den Lehrstunden gemachten Beobachtungen mitteilte.
Am 19. Juli feierte das Gymnasium unter zahlreicher Beteiligung der Angehörigen der Schüler das übliche Waldfest. Sowohl die turnerischen Vorführungen wie auch die Gesang- und Musikvorträge fanden die freundlichste Anerkennung seitens des anwesenden Publikums.
Am 1. August trat der Direktor zur Wiederherstellung seiner Gesundheit einen vierzehntägigen Urlaub an. Von demselben Tage an wurde auch der Oberlebrer Dr. Gundlach beurlaubt, um an einem in Göttingen stattfindenden neusprachlichen Ferien- kursus teilzunehmen.
Am 13. August wurde das Tertial von dem Stellvertreter des Direktors, Professor Gropius, mit einer gemeinsamen Andacht geschlossen. Gleichzeitig wurden die Mitglie- der des pädagogischen Seminars, die Kandidaten Bierschenck, Dr. Hahn, Schim- melpfeng und Schlegel aus dem Verbande der Anstalt entlassen.
Das Winterhalbjahr nahm am 19. September mit der Prüfung der neuangemelde- ten Schüler seinen Anfang. Der Unterricht wurde am 20. September mit einer gemein- samen Versammlung eröffnet, in welcher 10 neu aufgenommene Schüler auf die Schulord- nung verpflichtet wurden.
Am 29. Oktober traten die dem pädagogischen Seminar zugewiesenen Kandidaten Karl Weber und Dr. Richard Andrae ihren Dienst an.
Montag, den 31. Oktober begingen die Lehrer und evangelischen Schüler der An- stalt mit Gesang, Gebet und Bibellektion eine Gedenkfeier der Reformation. Die Festrede hielt Professor Dr. Müller über:„Franz von Sickingen und Ulrich von Hutten, zwei Streiter für evangelische Freiheit.“
Am 1. Adventssonntage fand in der evangelischen Kirche die gemeinsame Feier des heiligen Abendmahls statt.
Montag, den 17. Dezember veranstaltete der Musikverein unter Mitwirkung des Sängerchors und Quartettvereins und unter Leitung des Oberlehrers Dr. Gundlach ein zahlreich besuchtes und in seinen einzelnen Nummern verdienten Beifall erntendes Schüler- konzert.
Am Abend des 22. Dezember wurde in der Aula bei brennenden Christbäumen eine liturgische Weihnachtsandacht abgehalten.
Die Weihnachtsferien dauerten vom 23. Dezember 1898 bis zum 6. Januar 1899.
Bei der Feier des diesjährigen Krönungs- und Ordensfestes wurde dem Direktor


