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Bezeichnungsweise hinein erstreckt, so dass ihre Kunstsprache sich zu der heutigen verhält, wie die älteren vocalreicheren Wörter zu den späteren zusammengezogenen. Manchem auch thut es wohl einmal zeitweilig von der heutigen grossen Allgemeinheit unserer Ergebnisse in jenes stille Reich des einzeln Lebendigen zurück zu kehren. Er findet vielleicht in unserer jüngsten Beschränkung des Gebrauchs der unendlichen Reihen, nur in veränderter Gestalt, den Diorismus der Alten wieder. Nur unsere Nützlichkeitsbestrebungen wird er dort vermissen, wo die Wissenschaft noch eine Art Heiligthum war.
Auch mancher Philolog wird schon beim Studium des Platon das Bedürfnis fühlen, namentlich mit der Arithmetik(nicht Logistik) der Griechen näher bekannt zu sein, weil ohne diese ihm Einzelnes unzugänglich bliebe. Nieht minderen Werth wird eine Kentnis der griechischen Mathematiker für denjenigen haben, welcher die Geschichte der alten Philosophie aus den Quellen erforschen will. Er wird für die pythagoräische Philosophie eben so wenig des Nieomachus(xd ϑεο³wOQz?à=sa vi dανιννρννννκ OGνε eiQGν GFãↄρνινμννμνμν) uls für die stoische und epikureische des Cleomedes(Klονμ⁴Gοο υνανικε⁵ Heοιας εετεdυυν εεα d³⁴υο) entbehren können. Selbst für die Sprachforschung im heutigen Sinne des Wortes dürfte das Studium der griechischen Mathematiker noch manche interessante Ausbeute ge- währen. Schon der, wie es scheint, bisher wenig berücksichtigte Umstand, dass von Archi- medes, mit Ausnahme zweier Schriften, bei denen eine Uebertragung in die gewöhnliche Sprache stattgefunden,*) alle griechisch auf uns gekommenen im dorischen Dialekte geschrieben sind, dürfte den Sprachforscher zu deren Studium auffordern. Abgesehen hiervon wird auch der Wort- forscher noch vielfache Belehrung aus den für geometrische Constructionen überhaupt gebrauchten Bezeichnungen schöpfen können. Diese letzteren nämlich wurzein so sehr in der ersten sinnlich gefassten Bedeutung, dass hierdurch Alles gleichsam eine Art Leben erhält und man den Grie- chen seine Figuren auf geebnetem Sande im Grossen zeichnen, oder die Spuren von horizontal bewegten Kugeln verfolgen(&.ραμιι, οοοσεναεααιι, ταιοαρ⁵αα⁵ςν), oder ihn ein Bleiloth herab- lassen sieht(H*αιιιοε) u. 8. f.
In unserer Zeit der Arbeitstheilung und der Vermittelungen würde es daher vielleicht manchem, der Ausschliesslichkeit abholden, Philologen wie Mathematiker nicht unwillkommen sein die technischen Ausdrücke, welche in den mathematischen Werken der Griechen vorkom- men, nach einem wissenschaftlichen Plane geordnet und wo nöthig selbst durch Figuren er- läutert, als ein Ganzes vor sich zu haben. Beide würden alsdann vielleicht geneigter sein, auf den einzelnen Schriftsteller selbst, je nach Bedürfnis, näher einzugehen. Nur dürften für das Einzelne Belegstellen mit Angabe des Autors, dem sie entnommen sind, nirgends fehlen, dattf man immer wüsste, bei welchem Schriftsteller der betreffende Ausdruck Foronnut, und
*) Anm. Die Transstription hat bei dessen Schr. über die Kreismessung und über die Kugel u. den oylinder statt edadind offenbar, weil—hesh leienter Verstathallel waren und deshalb schon früh mehr studiert wurden. IiIX il9ia 28 I1011 dbüribat"is ulloa, bn ll 9.1ldoM⁴ 1 1ον
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