Beiträge
2
zur Terminologie der griechischen Mathematiker.
Das Studium der alten griechischen Geometer ist in der neuern Zeit bei den Mathema- tikern wie bei den Philologen theilweise in Abnahme gekommen. Jene haben vollauf zu thun, um mit den heutigen Fortschritten sich nur einigermassen bekannt zu erhalten, und leben sich, vielleicht ausschliesslich mit den jetzigen Hilfsmitteln ausgerüstet, nur ungern in die weit zurückliegende Behandlungsweise der Alten hinein, die ihnen ja an Stoff nichts Neues bieten können.— Diese befinden sich, was das zu bewältigende Material anbelangt, mit jenen in gleicher Lage und entschliessen sich schwer, die Grenzen ihres Forschens noch auf das Gebiet der Mathematik auszudehnen und zwar in solcher Weise, dass das einst vielleicht Erworbene hierfür in der That bisweilen nicht ausreicht.
Bis zu einem gewissen Grade sind beide, wenn sie sich diesem Studium der Alten entziehen, in ihrem Rechte, denn es ist nicht ihre Schuld, dass mittlerweile alles Frühere an Intensität zugenommen hat und dass ganz neue Gebiete des Wissens hinzugekommen sind, welche volle Berücksichtigung fordern. A
Doch finden sich auch heute noch viele minder Exclusive, welche nicht gern das eine über dem andern ganz aufgeben möchten.
Als Mathematiker wünschen sie in der Geschichte ihrer Fachwissenschaft nicht Fremd- linge zu sein und dann möglichst auf die Quellen zurück zu gehen. Sie versprechen sich von diesem Quellenstudium auch einigen Gewinn für ihre Lehrthätigkeit, wenn sie sehen, wie viel die Griechen mit beschränkten Mitteln geleistet haben, welche Schärfe und Folgerichtigkeit in ihren Forschungen herrscht und wie sehr sie individualisieren, was sich zum Theil bis in deren
1


