Aufsatz 
Für welche Fachwissenschaften haben die heutigen Realgymnasien vorzubereiten?
Entstehung
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kehrte die Sache um, die Sonne wurde in Ruhestand versetzt, die Erde aber musste den Wanderstab ergreifen. Durch Kepler und Newton wurden alle beide um ihre Vorrechte gebracht, sie hatten sich von nun an um ihren ge- meinsamen Schwerpunkt zu bewegen. In der neuesten Zeit ist dies noch viel ärger geworden und man zeigt uns sogar eine Centralsonne, um die sich künftig Alles drehen soll. Obwohl ich die Schicksale dieser Wanderschaft des Mittelpunkts hier nicht weiter verfolgen kann, da mich dies zu weit von meiner eigentlichen Aufgabe abführen würde, so kann ich doch die Frage nicht unterdrücken, ob die Psychologie ich meine die, die nicht schon Alles vor der etwas mühsamen Forschung fest und fertig gemacht einen Mittelpunkt des menschlichen Geistes leibhaftig zu Tage gefördert habe; weil es mir scheint, als ob man sich hier allein Raths erholen könne. Mich will es fast bedünken, als werde sie ganz unwillkürlich auf die Fährte der phy- sischen Astronomie kommen und statt Dieses oder Jenes zum Range eines Centralkörpers zu erheben, lieber den Punct suchen, nach welchem hin sie alle gravitiren. Dann werden, steht zu hoffen, Alle zu ihrem Rechte kommen und dabei gelegentlich auch unsre Schüler, sobald noch zugleich für die ver- schiedenen Gegenstände Kräfte gewonnen sind, die einander möglichst das Gleichgewicht halten.

Ich verlasse daher diesmal dieses an sich so wichtige Thema, nachdem ich soviel darüber erwähnt, als mir vielleicht für die Folge davon nöthig sein wird, und gehe zu der andern der eben erwähnten Lebensfragen über, die man wie es Scheint bisher seltener zur Sprache gebracht hat und die doch von nicht geringerer Wichtigkeit ist, nämlich wofür die heutigen Realgymnasien vorzubereiten haben.

Man wird mir einwenden, dass ich so eben Etwas behauptet, dem die Geschichte der neuen Schulen direct widerspreche, indem ja eben das mit jedem Tage lauter gewordene Bedürfnis des Lebens diese Anstalten in das Leben gerufen habe, also das, was man wolle, deutlich und bestimmt genug ausgesprochen sey. Darf ich mich wiederum eines Vergleiches bedienen, so erinnere ich an den Ursprung der Geometrie, die ihre ersten Anfänge in dem Bedürfnisse hatte, weggewaschene Grenzen des Eigenthums wiederherzustellen,