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bei Erlernung derſelben gebrauchte grammatiſche Terminologie faſt vollſtän⸗ dig für alle übrigen Sprachen aus der Sphaͤre des Schulunterrichts ausreichen wird. Ich ſchlage dieſen Vortheil darum beſonders hoch an, weil die Beibehaltung derſelben grammatiſchen Kunſtausdrücke den Schüler nicht nur des Merkens verſchiedener Namen für eine und dieſelbe Sache überhebt, ſondern, was bei wei⸗ tem wichtiger iſt, in ſeine grammatiſchen Studien eine innere Einheit bringt, welche ihm dieſe ſehr erleichtert und deren Ergebniſſe untereinander vergleichbar macht*). Daß unter den zuläßigen fremden Sprachen für den obigen Zweck die an Formen ärmere und in ihrer Wortfolge ſehr gebundene franzöſiſche Sprache (dlingua rustica romana)— der noch formloſern engliſchen ganz zu geſchweigen— ſich für jenen Zweck nicht eigene, bedarf, dünkt mich, jetzt keiner längern Auseinander⸗ ſetzung; man müßte denn behaupten wollen, es ſey das Umfaßende dem Beſondern, der Reichthum der Armuth, das Poetiſche dem Proſaiſchen und überhaupt das Tiefe und Ernſte ſeinem Gegentheile nachzuſtellen. Denn der Einwand, welcher etwa aus zwei Temporibus des franzoͤſiſchen Verbums hergenommen werden könnte, käme doch, ernſtlich geſprochen, gegen die andern Mängel in keinen Betracht.
Aus dem Bisherigen dürfte demnach hervorgehen, daß dem künftigen Ge⸗ ſchäftsmanne, ſo wie überhaupt dem Gebildeten, der nicht in vielen Fällen beim Leſen ſelbſt unſerer vaterländiſchen Klaſſiker„latina sunt, non leguntur“ ausrufen will, daß dem Botaniker, der nicht Luſt hat, an der Schwelle der Wißenſchaft be⸗ ſcheiden ſtehen zu bleiben— Kenntnis der lateiniſchen Sprache Bedürfnis ſey; daß, weil das Franzöſiſche unmittelbar aus dem Lateiniſchen hervorgegangen, ein tieferes
*) Man hat ſich neuerlich viel beſtrebt, die grammatiſchen Kunſtausdrücke namentlich für das Deutſche in der Mutterſprache zu geben.(Der durch und durch deutſche Jacob Grimm hat die alten gangbaren lateiniſchen beibehalten.) Dieſe aber verdienen nicht darum den Vorzug, daß das lateiniſche Kunſtwort in ſeiner Grundbedeutung den zuſammengeſetzten Begriff mehr erſchöpfte, als manches in Anwendung gebrachte deutſche; im Gegentheil, ſie haben das theilweiſe mit einander gemein, daß keins von beiden dieß leiſtet; aber die aus der uns geläufigen Mutterſprache gewählten Ausdrücke verleiten den Schüler mehr zu einer ſchiefen Auffaßung des Bezeichneten, als die in ihren Grundbedeutungen uns ferner ſtehenden lateiniſchen, die übrigens durch einen Jahrhunderte langen Gebrauch ſich bei uns förmlich eingebürgert haben.


