12
der Grundform vertraut ſeyn. Dieß iſt, dünkt mich, ſo entſchieden wahr, daß nur derjenige es abläugnen kann, der dieſe nie kennen gelernt, oder im günſtigern Falle ſich nie die Mühe gegeben, jenem innern Zuſammenhange beharrlicher nach⸗ zugehen und an ſeinen Schülern den Verſuch zu machen, ob eine ſolche Behand⸗ lungsweiſe dieſe anſpricht und wißenſchaftlich fördert oder nicht, vorausgeſetzt, daß der Lehrer ſich auch hier innerhalb gemeßener Schranken hält und nie vergißt, für wen er ſpricht. Auch dringt dieſe Anſicht immer mehr durch, je mehr die Zahl derer wächſt, von denen ein gründliches Studium dieſer Sprache gefordert wird, und je lebhafter man es daher fühlt, daß dieſem Erforderniſſe jetzt nur durchge⸗ bildete Lehrer genügen können.—
Wer dieß nicht glauben wollte, den dürfte man nur auf die gediegenen in der letzten Zeit erſchienenen franzöſiſchen Grammatiken hinweiſen, die die Forſchungen von Diez, Orelli u. A. nicht mehr ignoriren. Sogar die deutſchen Fran⸗ komanen dürften ins Gedränge kommen, da ſeitdem in Frankreich ſelbſt ſo viel für die Herausgabe älterer und älteſter Originalwerke geſchehen und hierdurch auch dort ein bedeutender Anſtoß zum tiefern Studium der eigenen Sprache gegeben worden iſt.— Es iſt demnach nicht abzuſehen, wie die erſte und wahrlich nicht die un⸗ bedeutendſte Seite, von welcher aus das Studium des Franzöſiſchen beim höhern Unterrichte ins Auge zu faßen iſt, ohne eine Kenntnis des Lateiniſchen ſich pflegen läßt, welche weit über das zum Studium der Botanik Erforderliche hinausgehen muß.
Zugleich muß hier des Studiums zweier andern Sprachen, der italieni⸗ ſchen und ſpaniſchen, gedacht werden, welches bei den jetzt täglich wachſenden Erleichterungsmitteln des Verkehrs und bei dem in Deutſchland mehr und mehr er⸗ wachenden Unternehmungsgeiſte, vielleicht in ſehr kurzer Zeit dem künftigen Kauf⸗ manne und höhern Gewerbtreibenden nicht minder nöthig werden wird, als die Kenntnis des Franzöſiſchen. Beide Sprachen aber ſchließen ſich noch viel enger an die Lateiniſche an, ſo daß es für den mit dieſer Vertrauten, aber auch nur für dieſen, leicht iſt, in jenen bald heimiſch zu werden.
Für das, bisher ganz übergangene Engliſche, iſt in der obigen Beziehung das Lateiniſche von ſecundaͤrer Bedeutung, da jene Sprache die mehr der Kunſt und Wißenſchaft, und die mehr dem Leben angehöͤrenden Woͤrter beziehungsweiſe mit


