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ſich allmählig ausgebreitet und entwickelt habe, will den Zuſammenhang der Bege⸗ benheiten und ihre Urſachen erkennen, will auch hier allgemeine Geſetze auffinden, und mittelſt dieſer ſich der Gegenwart bewußt werden und einen Blick in die Zu⸗ kunft wagen. Ihn drängt es, ſich ſelbſt näher kennen zu lernen, und in ſich iihſ das Wechſelnde von dem Bleibenden zu unterſcheiden.
Hierzu bedarf er aber einer deſto gründlichern Kenntnis des Mittels, durch welches allein äußere wie innere Warnehmungen, ſowie daraus zu ziehende Fol⸗ gerungen eine feſte Geſtalt gewinnen, zu je deutlicherem Bewußtſeyn dieſe in uns und Andern gelangen ſollen. Es macht ſich das Sprachſtudium geltend, und ſo kommt zu den früheren noch ein neues Unterrichtselement hinzu, das nur darum ſeine Stelle hier zuletzt einnimmt, weil ich mich mit einem Theile deſſelben hier etwas näher zu beſchäftigen gedenke, nicht aber, als ob ich daſſelbe den übrigen irgend wie nachſtellen wollte.
Wenn Sprache und Gedanke einander ſo Saeger, daß dieſer kaum ohne jene gedacht werden kann, ſo iſt damit die hohe Bedeutung des Sprachunterrichts auf Schulen ſchon vollſtändig ausgeſprochen, wir mögen nun die eigene innere Entwickelung unſerer ſelbſt und die Wechſelbeziehung, in die wir zu andern Leben⸗ den treten, oder die Schriftwerke der ausgezeichnetſten Geiſter der Vorzeit betrachten, deren Schoͤpfungen wir uns aneignen können.
Aber wir begnügen uns nicht mit einem tiefern Verſtändnis unſerer eigenen Sprache, wir ziehen auch in das Gebiet unſrer Studien die gebildetſten Sprachen des Alterthums und die zwei gangbarſten der Nachbarnationen und machen wenig⸗ ſtens an eine von jenen und an jede von dieſen nicht bloß den Anſpruch eines gründlichen Verſtändniſſes ihrer Litteratur, ſondern ſogar der Fertigkeit, ſich ſchrift⸗ lich und mündlich mit Geläufigkeit in jeder und in den beiden letzten ſogar mit möglichſter Verleugnung der Nationlität auszudrücken, zumeiſt damit den Fremden ihr Aufenthalt in Deutſchland leicht und angenehm werde.
In der That, es wird Jedem, der Alles was ſich hinzudrängt, einlaßen ſoll, in hohem Grade bange, beſonders wenn er gar ein Freund der Jugend iſt, und will, daß dieſe nicht unter Seufßzen ſich abmühen, ſondern mit Freuden erſtarken, daß ſie den Austritt aus ihrer Bildungsanſtalt nicht mit Sehnſucht, ſondern mit Leidweſen kommen ſehen, daß ihr die Erinnerung an dieſe nicht eine trübe, ſondern


