III. Lehrpenſa des verfloſſenen Schuljahrs. Bri m a. Ordinarius: Direktor Dr. Goebel.
1. Religionslehre: 2 St. a) Kathol.: Die Sittenlehre, nach dem Lehrbuche von Dreher. Breitung.— b) Evangel.: Römerbrief; das Evangelium Johannis; Repetitionen. Pfr. Schäfer.
2. Deutſch: 4 St. Lektüre und Erklärung von Leſſings„Minna von Barnhelm“ und Göthes „Iphigenie“. Geſchichte der Litteratur von den älteſten Zeiten bis zum 14. Jahrhundert. Das Wichtigſte aus der mhd. Laut⸗- und Formenlehre im Anſchluß an die Lektüre, namentlich des Nibelungenliedes und der Lieder Walthers von der Vogelweide, nach dem Leſebuche von Paulſiek. Korrektur der Aufſätze. Philo⸗ ſophiſche Propädeutik: Lehre vom Begriff. Der Direktor.
Themata zu den deutſchen Aufſätzen: 1) Über Inhalt und Kompoſition der Satire I 6 des Horaz.— 2) Warum hat Leſſing das Ende der Scene zwiſchen Minna und Tellheim(II 9) uns durch den Wirt(III 3) er⸗ zählen laſſen?— Über die Charaktere in Leſſings„Minna von Barnhelm“.— Iſt die Scene mit Riccaut in Leſſings „Minna von Barnhelm“ eine überflüſſige Epiſode?— 3) Inwiefern erſcheint Sokrates in der Apologie mehr als Richter über andere denn als Angeklagter?— 4) Karl der Große als Beförderer der Kultur Deutſchlands.— 5) Mit welchen Gründen unterſtützt Kriton ſein Anliegen, daß Sokrates aus dem Kerker entfliehen ſolle?(Klaſſenarbeit). 6) Sokrates in Platons Apologie ein Muſter wahrer Religioſität.— 7) Warum erſchlug Hagen den Siegfried?— Wodurch weiß der Dichter des Nibelungenliedes unſer beſonderes Mitleid mit Siegfrieds Tode zu erregen?— 8) Inwiefern erſcheint Sokrates bei Platon als echter Patriot?
3. Latein: a) 6 St. Taciti Germania(allg. Teil) und Annal. I; Cicero, Cato maior und(kur⸗ ſoriſch) Laelius. Exercitia domest. und scholast.(letztere nach Diktaten), ſowie mündliche überſetzung nach Süpfle, II. Abt. 2, woran ſich grammatiſche und ſtiliſtiſche Unteneſden anſchloſſen. Freie Aufſätze. Dr. Koerber.— b) 2 St. Horat. Sat. I. 6; epist. I, 1, 2, 7, 10, 16, 20; carm. saec. und carm. libb. III und IV(mit Auswahl). Einzelne Oden wurden memoriert. Der Direktor.
Themata für die Aufſätze: 1) a. Quae de Taciti Germania praefanda esse videantur.— b. Quae con- tentio fuerit inter Papirium dictatorem et Fabium, magistrum equitum.— 2) a. Quae Tacitus de publicis Ger- manorum institutis memoriae prodiderit.— b. De Romanorum clade Caudina.— 3) a. Quem exitum habuerit Cyrus, rex Persarum.— b. Quae fama sit de bello a Porsena cum Romanis gesto.(Klaſſenarbeit.)— 4) Abiturienten⸗Auf⸗ ſatz.(ſ. u.)— 5) a. Occisus dictator Caesar aliis pessimum, aliis pulcherrimum facinus videbatur.— b. Quibus rebus commoti aequales de Octaviani Augusti vita alii bene, alii male existimaverint, Tacito duce exponatur.— 6) und 7) a. Germanicarum legionum seditio a Germanico compressa Tacito duce enarretur.— b. De altero bello, quod Germanicus cum Germanis gessit.— 8) Abiturienten⸗Aufſatz.(ſ. u.)— 9) Quae fama sit de Romulo in cae- lum sublato.(Klaſſenarbeit.)
4. Griechiſch: 6. St. Platon. Apologie und Criton; Hom. Iliad. VII— XIII incl. Wieder⸗ holung einzelner Abſchnitte der Syntax. Exercitien nach Böhme; Extemporalien und Üüberſetzungen aus dem Griechihe nach Diktaten. Der Direktor.
5. Hebräiſch: 2 St. Wiederholung der Formenlehre und der Syntax, nach Voſen. Analyſe und Überſetzung von Jesaia 11, 12 und 40; Genes. 11—16, 18, 21 und 22. Breitung.
6. Franzöſiſch: 2 St. Lektüre von Paganel, histoire de Frédéric le Grand.(Vol. XXVII
der Bibliothek ꝛc. von Dr. Ant. Goebel). Die wichtigſten Regeln der Syntax wiederholt, nach Knebel. Münd⸗
liches Überſetzen ins Franzöſiſche, nach Höchſten. Alle 14 Tage eine ſchriftliche Arbeit. Dr. Bölke. 5


