Aufsatz 
Über Resonanzschwingungen gespannter Saiten / von Dr. Heinr. Karl Müller, Gymnasiallehrer
Entstehung
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9. Die wirklichen Eigenschwingungen, welche den Resonanzen superponiert sind, werden all- mählich durch die Reibungswiderstände vernichtet. Sie haben nicht genau die Periode des Erregers.

10. Nähert sich die Periode des Erregers einem Eigentone der Saite, was man daran er- kennt, dass der letzte Knoten der Resonanzvibration sehr nahe an das Erregungscentrum rückt, so werden die Amplituden der Wellen sehr gross.

11. Für den Fall, dass die Saite genau unisono mit dem Erreger gestimmt ist, entstehen keine Resonanzschwingungen, sondern Eigenschwingungen. Die Theorie würde Resonanzen mit unendlich grosser Amplitude in Aussicht stellen.(Singulärer Fall.)

12. Bei Gegenwart von Reibungswiderständen ist eine Phasendifferenz zwischen der Resonanz- bewegung und der Bewegung des Erregers vorhanden.

13. Wenn der Erreger aufhört zu schwingen, so setzt sich die Resonanz in eine Eigen- schwingung um.

14. Die Bewegung in einem beliebigen Punkt der Saite, welche durch eine periodische Kraft in einem gegebenen Punkt erzeugt wird, ist dieselbe wie diejenige, welche in diesem Punkte er- folgt wäre, wenn in jenem die Kraft gewirkt hätte(Reciprocitätsgesetz).