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gefundenen Gefässen, bei denen die Bogenlinie, meist in Form von Spiralen, Doppel- spiralen, Arkadenbögen und Wellenlinien vorherrschte. Sehr häufig waren die Spiral- bogen mit Winkelbändern in Mäanderform verbunden und mit Dreiecken, Ziekzack- und anderen Winkelbandverzierungen untermischt, die dann alle eine so eigenartige Aus- führung zeigten, dass sie sich von den analogen Hinkelsteinornamenten auffallend unter- scheiden. Ganze und vollständige Gefässe waren äusserst selten; dafür waren umso mehr grössere und kleinere Scherben im ganzen Grabe herumgestreut. Sie rührten von den beim Totenmahle verwendeten Gefässen her, die nach ihrer Benutzung zerbrochen und dem Toten in symbolischer Weise in das Grab nachgeworfen wurden. In den Männergräbern lagen häufig breite niedere Steinmeissel, die schön geglättet und poliert waren, Sie besassen einen gerade verlaufenden Rücken, der sich nach der Schneide hin neigte und nach hinten gerade abschnitt. Diesen Meisseln hat man im Gegensatz zu den Schuhleistenmeisseln den Namen Breitmeissel beigelegt. Bei diesen Werkzeugen lagen nicht selten kleinere und grössere bearbeitete Teile von Hirschgeweihen, die in den Hinkelsteingräbern vollständig fehlten. Einzelne Toten waren auch mit Muschel- schmuck bedacht worden, der meist um den Hals, auf der Brust oder an den Armen ‚ausgebreitet lag und geschlossene Armbänder, verschieden gestaltete Anhänger oder auch grössere und kleinere cylinderförmige bis ovale Perlen darstellte. Das Material hatte dazu fast ausschliesslich eine grosse rezente Mittelmeermuschel(Spondylus pietorum) geliefert, die sicherlich damals ein sehr gesuchtes Handelsobjekt gewesen sein muss. In der Nähe des Kopfes fand sich immer Färbematerial in Form von Hämatit vor, der wahrscheinlich aus dem Westerwald entstammte. Trotz allen eifrigen Forschens nach Kieseln, Klopfsteinen aus Feuerstein und nach Handmühlen, diein denälteren Gräbern so häufig waren, war ausser den oben erwähnten Beigaben nichts weiter in den Gräbern ‚gefunden worden.
Wie aus obiger Schilderung hervorgeht, gehörten diese Gräber einem Zeitraum an, der sich in bemerkenswerter Weise durch seine eigenartige Töpferkunst, durch eine fremde Bestattungsart mit anderen Grabgebräuchen, durch anders gebildete Steingeräte und Schmucksachen von der Hinkelsteinzeit unterschied und daher einen besonderen Kulturabschnitt in der jüngeren Steinzeit vorstellen muss. Aus diesen Gründen hat Köhl diese Kulturphase in analoger Weise wie die frühere nach ihrer Keramik als die 'Spiralbandkeramik bezeichnet. Auf sie lässt er als dritten Kulturabschnitt der älteren neolithischen Zeit die sogenannte jüngere Winkelbandkeramik(Rössen-Albsheimer Typus) folgen, die hauptsächlich durch die Gräber bei Rössen in Thüringen, Erstein im Elsass, Gross-Gartach bei Heilbronn, bei Wallertheim, Nierstein, Ober-Olm und durch die Wohnstätten von Albsheim, Mölsheim, Osthofen und Monsheim bekannt geworden ist. In dieser Zeit hat die Töpferkunst bedeutende Fortschritte gemacht, wie die weitere Ausbildung und Vervollkommnung der Gefässform aufs deutlichste beweisen. Der Hals ist schon deutlich von dem Bauche abgesetzt und am oberen Teil zu einem Gefässrand umgebogen, während ein flacher Boden, der manchmal sogar einen besonderen Standring besitzt, überall vorhanden ist. Auswüchse mit Durchbohrungen, die als die Vorläufer der Henkel angesehen werden dürfen, ragen ziemlich weit aus der Gefässwand hervor und erleichtern das Anfassen und Tragen der Gefässe. Fast alle Gefässe sind reich verziert und zeigen ähnliche Ornamente wie die Hinkelsteingefässe, nur dass noch Bogenguirlanden, deren untere Linien geradeso wie die Winkelbänder mit Fransen


