Aufsatz 
Die geologischen Verhältnisse von Alzey und seiner Umgebung. Eine historisch-geologische Skizze
Entstehung
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Henkel besassen, waren durch Handarbeit ohne Mitwirkung der Drehscheibe hergestellt. Sie besassen einen runden Boden, der das Aufstellen der Gefässe nur im Sande oder auf besonderen Standringen gestattete. Ihre einfache, durch Zickzack- und Querlinien hervorgebrachte Ausschmückung bestand aus regelmässigen, geometrischen Grundfiguren, die selbst wieder aus Dreiecken, Zickzackbändern oder auch Winkelbändern hergestellt waren. Alle hierzu verwandten Linien waren gerade und aus aneinandergereihten Punkten oder Strichen gebildet. Krumme, gebogene oder wellige Linien, Kreis- oder Spiralmotive, wie sie auf anderen Steinzeitgefässen vorkommen, hatten hier keine Ver- wendung gefunden. Fast alle Linien, die in die Tonmasse eingeritzt waren, enthielten eine weisse, aus kohlensaurem Kalk bestehende Füllmasse, die den Gefässen ein reiches Aussehen verlieh. Nur wenige Verzierungen waren flach gearbeitet und ohne diese Auskleidung. In diesen Gefässen wie auch in den übrigen Beigaben stimmten die Alzeyer Gräber mit denen von Monsheim, von der Rheingewann bei Worms und von Rhein-Dürkheim überein. Diese Gräber gehören mithin demselben Zeitabschnitt an und müssen ebenfalls der älteren Winkelbandkeramik(Hinkelsteintypus), wie Köhl diese Epoche nach der Ornamentik der Gefässe benannt hat, zugerechnet werden.

Eine ganz verschiedene Kulturphase vertreten die Steinzeitgräber bei Flomborn, die im April 1901 bei der Erweiterung des Friedhofes am östlichen Ausgang des Dorfes entdeckt worden sind. In dem dort auftretenden Lösslehm, der sich zur Anlage und zur Erhaltung von Gräbern vorzüglich eignet, waren 39 Gräber ausgegraben worden, von denen 30 Steinzeit-Hockerskelette, 3 keine Skelette und 6 Skelette in gestreckter Haltung enthielten, die wahrscheinlich der merovingischen Zeit zuzurechnen ‚sind. In den Steinzeitgräbern waren die Toten in einer höchst auffälligen Stellung beigesetzt. Sie lagen auf der Seite und hatten das Gesicht bald nach Osten, Nordosten oder Norden, bald nach Nordwesten oder Westen gewendet, wobei die Gliedmassen gekrümmt und so stark an den Körper herangezogen waren, dass die Kniee bis hoch an die Brust hinaufreichten. Die Gräber selbst waren so klein und eng angelegt, dass sie von den Skeletten vollständig ausgefüllt wurden. Sicherlich mussten die Leichen, ähnlich wie die Mumien der Egypter, gleich nach dem Tode zusammengeschnürt worden sein, damit den Armen und Beinen ihre Stellung bewahrt blieb. Diese so vorbereiteten Leichname wurden dann in die für sie gerade noch ausreichenden kleinen Gruben versenkt und auf die Seite gelegt. Infolge dieser zusammengekauerten, hockenden Liegehaltung werden diese Skelette als dieliegenden Hocker bezeichnet. Ueber die Gründe, die diese Steinzeitmenschen bestimmten, ihre Toten in dieser Hockerform zu beerdigen, sind die Ansichten noch sehr geteilt; doch scheint die, die diese Bestattungsweise auf ein religiöses Ceremoniell zurückführt, die grösste Glaubwürdigkeit zu verdienen. Nach dieser Annahme wollte man den Toten den ewigen Schlaf in derselben Lage beginnen lassen, wie er sich bei Lebzeiten auf den engen, um die Feuer der Wohnstätten ange- brachten Herdbänken mit angezogenen Beinen dem Schlafe hingegeben hatte. Der Gebrauch, ‚den Toten Beigaben in das Grab zu legen, war bei diesen Völkern gleichfalls geübt worden, doch unterschieden sich diese Beigaben ganz wesentlich von denen der Alzeyer Gräber. Obwohl auch hier noch die Gefässe napfförmige und krugartige Gebilde mit Schnurösen darstellten, hatten sie doch eine wesentlich andere Form und besassen einen schon stark abgeflachten Boden, der an eine Standfläche erinnerte. In ihrer Verzierungsweise glichen sie vollständig den bei Mölsheim, Wachenheim und Östhofen