Aufsatz 
Die geologischen Verhältnisse von Alzey und seiner Umgebung. Eine historisch-geologische Skizze
Entstehung
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versehen sind, hinzutreten. Solche Quasten sind auch oft in den Zwischenräumen zwischen je zwei Bogenguirlanden angebracht. Ebenso eigenartig sind auch die nach oben ge- öffneten Winkel der Ziekzackbänder durch ein Gewirr von Schraffierungen geschmückt, die sich häufig mit Ranken und Pflanzenstengeln vergleichen lassen. Die eingeritzten Verzierungen sind in verschwenderischer Weise mit einer weissen Paste ausgefüllt.

Von den drei Phasen des jüngeren Abschnittes der neolithischen Periode, von der Keramik vom Typus der Pfahlbautenfunde des Bodensees, von der der Schnurkeramik und von der des Zonenbechers, sind nur die erste und die letzte in Rheinhessen ver- treten, während die Schnurkeramik, die ihren Namen von der Herstellung der Ornamente, die durch das Eindrücken einer Schnur in den noch weichen Ton erzeugt worden sind, erhalten hat, bis jetzt noch nicht diesseits des Rheins, weder in Rheinhessen noch in der Pfalz, angetroffen worden ist.

Die Gefässe vom Typus der Pfahlbautenfunde, die in Rheinhessen bei Ober-Olm, Albig, Wonsheim und Bingen aufgefunden worden sind, stellen ziemlich roh gearbeitete, dickwandige Erzeugnisse dar, die fast vollständig ornamentlos aber schon mit einem völlig ausgebildeten Henkel versehen sind. Neben wannenartigen Gefässen, flachen Tellern ohne Rand und einem Henkelkrug sind die meisten sogenanntetulpenförmige Becher.

Aus dem Kulturabschnitt des Zonenbechers sind manche Funde in der Pfalz und. in Rheinhessen bei Weinsheim, Umgebung von Worms und vielen anderen Orten ge- macht worden, aber keiner hat so viel Aufsehen erregt, als das im vergangenen Jahre von Köhl bei Mölsheim entdeckte Grabfeld mit Hockergräbern, denen Glocken- oder Zonenbecher beigegeben waren. Das merkwürdigste dabei war, dass der ausgegrabene Tote kein liegender Hocker, sondern ein aufrecht sitzender Hocker war, der erste, der bis jetzt in unserer Gegend beobachtet worden ist. Ob diese neue Bestattungsweise nur ein Ausnahmefall oder die Regel für diese Steinzeitphase bildete, darüber können erst weitere Funde ein endgültiges Urteil gestatten. Mit dieser Kulturphase der neo- lithischen Zeit scheint die eigentliche Steinzeit in unserer Gegend ihren Abschluss gefunden zu haben und von der Metallzeit abgelöst worden zu sein, wie die neuen Grabfunde bei Westhofen beweisen, wo auf einem Grabfelde liegender Hocker neben Feuersteinwaffen, Stein- und Knochengeräten ganz charakteristische Metallgeräte wie Rollennadeln und dreieckige Dolche aus reinem Kupfer oder aus nur ganz schwach mit Zinn legierter Bronze angetroffen wurden. Zugleich scheint hierdurch die gegenwärtig immer mehr zur Geltung kommende Ansicht, dass Kupfer und nicht die Bronze das erste Gebrauchsmetall gewesen sei, auch für unsere Gegend die Bestätigung zu erhalten. Das Eisen wurde erst später entdeckt, nachdem man die Bronze schon längst kannte. Nach den Untersuchungen des schwedischen Gelehrten Oskar Montelius erfolgte die Entdeckung des ungemischten Kupfers und später die Herstellung der Zinn-Bronze in Asien. Ver- schiedene Völkerwellen, die aus dem Innern Asiens ihren Ausgang nahmen, sich westlich nach Südeuropa, über Frankreich und Süddeutschland bis nach Skandinavien ausbreiteten, überfluteten auch unsere Gegend und brachten nacheinander die Kenntnis von der Ge- winnung und Verarbeitung des Kupfers, der Bronze und des Eisens mit, sodass auch bei uns eine Kupferzeit, eine Bronzezeit und eine Eisenzeit zu unterscheiden ist. Der Beginn der Bronzezeit wird ungefähr 2000 Jahre vor Christi Geburt verlegt und dem Eisenzeitalter das ganze erste Jahrtausend vor Christus eingeräumt, wobei die Zeit bis etwa 500 v.Chr. als Hallstattperiode, nach ihrem Hauptfundort in Oberösterreich, und