Aufsatz 
Die geologischen Verhältnisse von Alzey und seiner Umgebung. Eine historisch-geologische Skizze
Entstehung
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je leise

lassung geeignet hätte. Auf den Höhen fanden diese Menschen passende Plätze für ihre Siedelungen, der unerschöpflich fruchtbare Lössboden bildete den besten Ackerboden und erleichterte die Herstellung ihrer Grubenhütten, die häufig vorkommenden Tone lieferten ihnen das Material für ihre keramischen Produkte und fischreiche Wasserläufe und dichter Urwald boten reiche Gelegenheit zum Fischfang und zur Jagd.

Während im übrigen Südwestdeutschland hauptsächlich ausgegrabene Wohn- stätten und Dörfer von diesen Völkern berichten, sind es im ganzen Mittelrheingebiet vorzugsweise neolithische Friedhöfe, die uns über den Kulturzustand dieser Menschen den besten Aufschluss geben. Der erste Fund dieser Art war das Grabfeld am Hinkel- stein bei Monsheim, das um die Mitte der sechziger Jahre entdeckt worden und auf lange Zeit hin der einzige neolithische Gräberfund in hiesiger Gegend geblieben ist. Doch mit dem Jahre 1895, als das Grabfeld an der Rheingewann bei Worms aufgefunden wurde, nahm eine Epoche der Grabentdeckungen ihren Anfang, die sich bis in die jüngste Zeit hinein erstreckte. Zunächst wurde 1897 eine Gräberstätte bei Wachenheim entdeckt, der sich 1893 die von Rheindürkheim anreihte. Schon nach kurzer Pause gelang im Jahre 1900 die Auffindung des frühbronzezeitlichen Hockergrabfeldes vom Adlerberg bei Worms, der dann mit Beginn des Jahres 1901 die ‚Entdeckung einer grossen Anzahl von Grabstätten folgte, deren chronologische Aufzählung wir hier folgen lassen: Im April 1901 das Grabfeld von Flomborn, im Mai 1901 das Hockergrabfeld bei Bermersheim, im März 1902 das Steinzeitgrabfeld bei Alzey, am 3. Mai 1902 das im Pfrimmtale und am 9. Mai 1902 das bei Westhofen. Hieran schliessen sich noch zwei neolithische Wohnplätze bei Mölsheim und Osthofen, die im Jahre 1899, und drei bei Mölsheim, Flomborn und Monsheim, die im Jahre 1902 aufgefunden irden)

Aus diesem überreichen Fundmateriale sollen nur die Grabfelder von Flomborn und von Alzey, die ja unserer nächsten Umgebung angehören und daher schon unser besonderes Interesse beanspruchen dürfen, einer eingehenderen Behandlung unterzogen werden, wobei ‚hauptsächlich die Angaben Köhls, unter dessen sachkundiger Leitung die Ausgrabungen ausgeführt wurden, die Grundlagen bilden werden.

Die Gräberstätte von Alzey, die einem älteren Kulturabschnitt der Steinzeit als die Flomborner angehört und deshalb hier zuerst betrachtet werden soll, wurde im März 1902 zufällig beim Roden eines Weinberges des Herrn Seifensieders Eller von Alzey am Grün an der Erbes-Büdesheimer Chaussee aufgefunden. Obwohl bei den Arbeiten die meisten von den 13 nachgewiesenen Gräbern stark beschädigt worden waren, gelang es doch, noch zwei in gutem Zustande auszugraben. Von diesen beiden Gräbern war das eine ein Frauengrab, das andere ein Männergrab. In dem ersteren lag ein junges Weib in ausgestreckter Haltung, dem zwei wenig verzierte Gefässe und eine Handmühle beigegeben waren. Von den Gefässen war das eine zum Trinkgefäss, das andere für die Wegzehrung auf der Totenwanderung bestimmt, die man der Toten geschenkt hatte. Die zum Schroten und Zerkleinern der Körnerfrüchte dienende Handmühle, die zu den Füssen des Skelettes aufgestellt war, bestand aus zwei grauen Sandsteinen, von denen der grössere, der als Bodenstein diente, einer schwach ausgehöhlten Platte glich. Der kleinere dagegen, der den Läufer oder Kornquetscher vorstellte, war an einem Ende schwach abgerundet, am andern zugespitzt und zu einer Art Handgriff zugerichtet. Die Anwesenheit der Handmühle in den Frauengräbern lässt erkennen, dass auch bei den neolithischen Völkern die Weiber mit der Herstellung des Mehles und des Brotes betraut