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Höhlen zurück, um deren Besitz er meist erst mit den darin hausenden Raubtieren erbitterte Kämpfe führen musste. Diese Höhlen dienten dem Menschen aber auch als Werkstätten, in denen er sich den mannigfaltigsten Beschäftigungen hingab. Die Knochen, Geweihe und das Elfenbein verarbeitete er zu Nadeln, Pfriemen, Harpunen, Pfeilen, Griffen von Werkzeugen und zu Kämmen, die gesammelten Feuersteinknollen- wusste er zu roh behauenen Messern, Beilen, Aexten, Lanzen- und Pfeilspitzen und Schabern zuzuschlagen. Aus dem Bärenkiefer mit dem starken Eckzahn wurden durch Wegschlagen des aufsteigenden Astes Himmer oder Aexte hergestellt, mit denen die Röhrenknochen der Tiere gespalten wurden, um aus ihnen das als grosser Leckerbissen geltende Mark herauszuschälen. Aus Knochen, Geweihstücken und Muschelschalen fertigte er sich Schmucksachen, und um seinen Kunstsinn und künstlerischen Betätigungs- trieb zu befriedigen, ritzte er nicht ohne Talent und durchaus kenntlich auf Knochen, Elfenbeinstücken oder auf den Wänden der Höhlen bildliche Darstellungen von Rentier, Mammut, Moschusochsen, Pferd und dergleichen Tieren ein. Alles dies beweist aufs deutlichste, dass der Mensch sich schon damals in einem Kulturzustand befand, der ihn hoch über das Tier erhob und ihn zu dessen Beherrscher machte. Augenscheinlich waren die Jagd und der Fischfang die Angelpunkte, um die sich das Leben des paläo- lithischen Menschen drehte. Der Höhlenmensch war Jäger und Nomade, der weder den Acker zu bebauen, noch Haustiere zu züchten verstand,
Als nach der letzten Eiszeit das Klima wieder wärmer wurde und das Rentier, das Mammut und die übrigen nordischen Einwanderer sich nach Norden zurückzogen, folgten ihnen auch die Menschen auf ihren Weidezügen und verschwanden aus unserer Gegend. Was aus ihnen geworden ist, wissen wir nicht. Wie der veränderte Zustand der Höhlen uns belehrt, müssen die Höhlenwohnungen sehr lange Zeit leer geblieben sein, bis sie wiederum von neuen Einwanderern in Besitz genommen wurden, Mit dem Erscheinen dieser Völker ist aber auch ein Fortschritt in der Kultur des Menschen- geschlechtes verbunden, und daher wird diese Periode, im Gegensatz zu der ersten, der paläolithischen Zeit, als die jüngere Steinzeit oder die neolithische Zeit bezeichnet. Der Mensch hatte der ausschliesslichen Beschäftigung mit Jagd und Fischfang entsagt und war Hirte und Ackerbauer geworden, der gezähmte Haustiere, wie Schaf, Ziege, Rind, Schwein und Pferd züchtete, den Hund als getreuen Begleiter um sich hatte und die ältesten Kulturpflanzen wie Weizen, Gerste und Flachs anbaute. Mit den Metallen war auch er noch nicht bekannt und verfertigte seine Waffen, Schmucksachen und Werk- zeuge ebenfalls noch aus Stein, Holz, Horn, Knochen oder Muscheln an, doch wusste er ihnen eine feinere Form und sorgfältigere Bearbeitung zu geben, da er die Steine zu durchbohren, zu schleifen und zu polieren verstand. Auch Gewebe, Geflechte und Tonwaren konnte er herstellen und versuchte sich im Baue künstlicher Wohnungen, die als Grubenhütten auf den Höhen oder als Pfahlbauten in den Seen zu dorfartigen Besiedelungen an einander gereiht wurden. Seinen Toten erwies er besondere Verehrung, indem er sie in Einzelgräbern, die gruppenweise nebeneinander und in Reihen angeordnet waren, bestattete und hierdurch zugleich das Vorbild für unsere heutigen Friedhöfe schuf.
Wie der Reichtum der in den letzten Jahren gemachten neolithischen Fundstätten vermuten lässt, scheint unsere Gegend dieses Volk ganz besonders zur Besiedelung an- gelockt zu haben. Höchst selten dürfte aber auch dieses Volk auf seiner Wanderung eine Gegend angetroffen haben, die sich so vorzüglich wie unsere Heimat zur Nieder-


